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WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn (links) im TV-Interview mit Russlands Präsident Wladimir Putin.

Massive Kritik an Jörg Schönenborn

Putin zerlegt ARD-Reporter: Die Pressestimmen

Moskau - Das Interview mit Russlands Präsident Wladimir Putin wurde für WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn zum Desaster. Zeitungen und Nachrichtenseiten finden wenig schmeichelhafte Worte für das Auftreten des TV-Journalisten.

Schönenborn wurde im TV-Interview von Putin böse zusammengefaltet. Nun äußern deutsche und österreichische Medien massive Kritik am WDR-Chefredakteur. Wir haben die Pressestimmen zusammengefasst.  

Das komplette Putin-Interview.

"Putin knackt WDR-Mann im TV-Interview", schreibt die Berliner Boulevardttzeitung "B.Z."  Bei dem Interview mit Russlands Präsidenten, so urteilt das Blatt "machte WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn (48) am Freitagabend im Ersten leider keine gute Figur. Wladimir Putin (60) steckte ihn locker in die Tasche."

Die Berliner Boulevardzeitung liest aus Putins Auftreten einige Untertöne heraus, die Schönenborn blamieren: "'Wie heißen Sie übrigens?', überrumpelt er an anderer Stelle den Journalisten (Unterton: Was sind eigentlich Sie für ein Stümper?). Irgendwann nimmt er den Kopfhörer ab, über den die Fragen ins Russische übersetzt werden. Botschaft: Für deine dürftigen Fragen, Bursche, reicht mein Deutsch allemal."

Die "Süddeutsche Zeitung" urteilt über Putins Auftreten: "Im ARD-Interview teilt er kräftig aus - und düpiert Interviewer Jörg Schönenborn." Das Internet-Portal der Zeitung meint: "Der Erkenntnisgewinn aus dem Interview war bescheiden, Putins Statements blieben oberfächlich und waren altbekannt. Schönenborn fehlte offensichtlich die Expertise, um bei Details hartnäckig nachzuhaken. Vielleicht hätte er lieber seinem Russlandkorrespondenten das Feld überlassen sollen."

Putin und Merkel auf Hannover-Messe

Putin und Merkel auf Hannover-Messe

Das österreichischee Boulevardblatt "Krone" titelt: "Aufgebrachter Putin nimmt Journalist auseinander".

"Russlands Präsident führt WDR-Chefredakteur im TV vor", befindet das Medien-Branchenportal "Meedia" und lässt am Interviewer Schönenborn kein gutes Haar. "Er wirkt in den 35 Minuten zu wenig bissig, um dem mit allen Wassern gewaschenen Macht-Politiker etwas entgegensetzen zu können. Putin wirkt hochkompetent und geht bei seinen Antworten so sehr ins Detail, dass Schönenborn scheinbar nichts anderes übrigbleibt, als zur nächsten Frage überzugehen. Gegenfragen? Fehlanzeige."

Harsche Kritik kommt von den "Deutschen Wirtschaftsnachrichten". Das Portal (Herausgeber ist der frühere Chefredakteur von "Stern" "und" "Netzeitung", Michael Maier) titelt "Putin führt WDR-Mann Schönenborn vor: 'Wie heißen Sie?'" Das Portal kritisiert massiv Schönenborns Auftreten: "Das Interview der ARD mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin war als öffentlich-rechtliche Inszenierung angelegt – nach dem Schema: Das große Gespräch zum Deutschland-Besuch. Es entwickelte sich jedoch zu einer peinlichen Lehrstunde für den WDR-Chefredakteur. Der Grund: Putin wusste wovon er sprach. Schönenborn dagegen wusste nicht, wie ihm geschah."

Putin in Aktion: Hier weist er Vögeln den Weg

Putin in Aktion: Hier weist er Vögeln den Weg 

Zusammenfassend urteilt das Portal, dass Schönenborn als Putin-Interviewer eine Fehlbesetzung gewesen sei und fragt. "Warum lässt die ARD zu einem solchen Interview nicht Fachleute antreten – von denen sie zweifellos genügend hat? Mit Sicherheit hätte ein Team aus einem Syrien-Experten und einem Wirtschafts-Fachmann mehr aus Putin herausgeholt."

Beißender Kommentar der "Deutschen Wirtschaftsnachrichten": Die ganze schöne Reise nach Moskau – eine einzige Blamage. Hoffentlich war der Reise-Etat für Schönenborn nicht zu knapp bemessen. Nach solch einem Gespräch braucht man einen Wodka. Oder zwei, vielleicht sogar drei. Das muss drin sein. Dafür zahlen wir gerne die GEZ."

fro

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