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Bayerischer Landtag statt Südamerika? Nachgefragt bei Radiomoderator Matthias Matuschik.

Radiomoderator Matthias Matuschik

Wahlkampf statt Auswandern: “Selbst Rumänien hat flächendeckendes WLAN“

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Radio-Moderator Matuschik sieht seine Zukunft in Südamerika. Eigentlich. Denn nun wird es womöglich doch erstmal anders kommen: Mit 53 Jahren packt ihn der politische Ehrgeiz. Ein Interview.

Er könnte auch nach Südamerika auswandern. Das jedenfalls war der Plan von Bayern-3-Moderator Matthias Matuschik (53, „Matuschke“) für die Zeit nach der journalistischen Karriere. Doch statt über paraguayische Flüsse zu schippern will er künftig im Bayerischen Landtag sitzen und für Deutschlands Zukunft kämpfen. Der gebürtige Oberpfälzer tritt am 14. Oktober für Claudia Stamms Partei Mut auf Listenplatz 1 in Unterfranken an. Seinen Moderationsjob beim BR wird er dafür sechs Wochen vor der Wahl beenden müssen, so sehen es die Regeln des Senders vor.

Sie haben sich zuvor nicht politisch engagiert. Warum jetzt?

Matthias Matuschik: Weil seit drei Jahren dieser Rechtsdrall in Deutschland ist. Es kann doch nicht sein, dass es nur noch um Flüchtlinge geht. Und den Schutz vor ihnen. Deutschland ist sicher! Bayern ist sicherer als sicher! So sicher, dass die Polizei Zeit hat, Eltern von schwänzenden Kindern am Flughafen zu kontrollieren. Ja, was will denn Söder mit den 1000 weiteren Polizisten? Gewappnet sein für die Sommer-, Herbst- und Winterferienzeit? Was er da tut mit seinen Forderungen im Grenzschutz ist purer Populismus, ein Fischen am rechten Rand.

... weil viele Bürger sich tatsächlich unsicher fühlen angesichts der Flüchtlinge, die hierher kommen?

Matuschik: So heißt es immer. Aber das glaube ich nicht. Im Gegenteil: Ich glaube, das wird eine ganz heiße Kiste im Oktober. Ich höre ständig den Satz: „Ich bin auch gegen die Politik der etablierten Parteien – aber wen soll ich wählen?“ In diese Kerbe möchten wir von Mut hereinschlagen. Aber eben nicht wie die AfD, die nur motzt, niedermacht und in Wahrheit keine Alternativen anbietet.

Welche Alternativen bieten Sie?

Matuschik: Wir möchten das Geld, das offensichtlich in vielen Bereichen verschwendet wird, dort einsetzen, wo es wirklich etwas positiv verändert. Etwa in den Pflegeberufen. Diese Menschen, die sich für Alte und Kranke einsetzen, erhalten eine unfassbar schlechte Bezahlung bei monstermäßigen Diensten. Oder die Digitalisierung. Selbst Rumänien hat flächendeckendes WLAN. Wir müssen keine Kreuze aufhängen sondern WLAN-Router!

Matuschik: „Uns geht es einfach zu gut! Wir müssen für unsere Freiheit kämpfen“

Politische Parolen haben Sie schon gut drauf...

Matuschik: Ja, warum denn auch nicht? Warum sollen immer nur die Hetzer Populisten sein? Wieso kann nicht auch mal ein Guter aus der Mitte Populist sein? Und mit positiven Gedanken die Menschen erreichen. Viele sagen: „Vergiss’ es, um eine neue Partei zu etablieren, braucht’s 20 Jahre!“ – Gegenfrage: Wer hat das behauptet? Emmanuel Macron?! Er hat gezeigt, wie man es machen kann. Er ist ein gutes Beispiel. Trump ein schlechtes. Wenn ein Idiot US-Präsident werden kann, dann doch wohl auch intelligente Menschen. Den Mutigen gehört die Welt.

Für dieses Ziel würden Sie Ihren Plan aufgeben, 2020 nach Südamerika auszuwandern. Warum?

Matuschik: Weil ich eine fünfjährige Tochter habe – und möchte, dass sie als kritischer Geist aufwachsen kann. Ich will nicht, dass da nur noch eine biegsame Masse nachwächst, die Katzenfotos postet – weil die Regierung alles mitliest. Durch das neue Polizeigesetz sind wir ja alle potenzielle Gefährder. Ich bin froh, dass mich das auch mit 53 Jahren noch auf die Palme bringt, dass ich mich nicht abfinde. Man mag mich Träumer nennen, aber es kann doch nicht sein, wie träge wir alle sind. Uns geht es einfach zu gut! Wir müssen für unsere Freiheit kämpfen. Ich bin dabei.

Interview: Katja Kraft

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