Seehofer als CSU-Vorsitzender bestätigt - mit seinem mit Abstand schlechtesten Ergebnis

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Forensiker am Tatort: Der mysteriöse Tod eines Staatsanwaltes in Argentinien wirft viele brisante Fragen auf. Foto: David Fernandez

Rätseln über Tod von Staatsanwalt Nisman in Argentinien

Buenos Aires (dpa) - Auch eine Autopsie hat keine Klarheit über den mysteriösen Tod des argentinischen Staatsanwaltes Alberto Nisman gebracht. Der Sonderermittler, der vorige Woche Anklage gegen Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner erhoben hatte, starb demnach durch einen Kopfschuss.

Die Untersuchung der Leiche ergab nach Justizangaben vom Dienstag zwar keine Hinweise auf Fremdeinwirkung, aber an seinen Händen fanden hätten sich keine Schmauchspuren gefunden. Die müsste es normalerweise aber geben, wenn sich jemand selbst erschießt. Die Justiz ermittelte auch wegen möglicher Anstiftung zum Selbstmord durch Druck und Drohung. Die unter Druck geratene Regierung von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner sicherte ihre volle Unterstützung bei der Aufklärung zu.

Viele Argentinier zweifeln die Selbstmordtheorie an. Etwa 20 000 überwiegend regierungskritische Demonstranten forderten bei einer Kundgebung am Montag auf der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast in der Hauptstadt Buenos Aires die Aufklärung des Falls sowie ein Ende von Straflosigkeit und Korruption. Viele hielten in Anlehnung an die Solidaritätsbekundungen nach dem islamistischen Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" Plakate mit der Aufschrift "Yo soy Nisman" ("Ich bin Nisman") in die Höhe. Auch in anderen argentinischen Städten kam es zu ähnlichen Demonstrationen.

Der Staatsanwalt ermittelte im Fall des Anschlags 1994 auf das jüdische Gemeindezentrum Amia in Buenos Aires. Bei dem schwersten Terroranschlag in der Geschichte des südamerikanischen Landes waren 85 Menschen getötet worden. Am Sonntag wurde er tot in seiner Wohnung in Buenos Aires gefunden. Der 51-Jährige starb durch einen Kopfschuss aus einer Pistole vom Kaliber 22. Neben der Leiche wurde eine solche Waffe und eine Patronenhülse gefunden. Die Waffe hatte sich Nisman kurz zuvor von einem Mitarbeiter besorgt. Gerichtsmediziner fanden allerdings an den Händen Nismans nach ersten Untersuchungen keine Schmauchspuren, wie Staatsanwältin Viviana Fein mitteilte. Dennoch wollte sie nicht ausschließen, dass sich Nisman doch selbst erschossen haben könnte.

Der Sonderermittler hatte vorige Woche seinen Urlaub unterbrochen, um Kirchner und Außenminister Héctor Timerman anzuklagen, sie hätten die Hintermänner des Amia-Anschlags gedeckt. Sie würden versuchen, eine Strafverfolgung mutmaßlicher iranischer Drahtzieher zu vereiteln, sagte er. Das Motiv sei eine Verbesserung der Handelsbeziehungen zum Iran gewesen. Ranghohe Regierungsvertreter hatte dies als "Lüge" zurückgewiesen.

Kirchner äußerte sich via Facebook. Sie warnte, dass der Vorwurf der Verschleierung dem Versuch diene, von der Aufklärung des Attentats vor 21 Jahren abzulenken. Ihr Schreiben trug den Titel: "Amia. Abermals: Tragödie, Verwirrung, Lügen und Fragen". Mit Blick auf den Tod Nismans: "Was war es, das einen Menschen zu der furchtbaren Entscheidung bringt, aus dem Leben zu scheiden?"

Brief Kirchners, Spanisch

Staatl. Nachrichtenagentur Télam

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