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Ein Huthi-Milizionär inspiziert in Sanaa die Trümmer eines zerbombten Hauses. Foto: Yahya Arhab

Kurz vor fünftägiger Feuerpause

Raketenduell an jemenitisch-saudischer Grenze

Sanaa - Bald soll im Jemen eine humanitäre Feuerpause beginnen, doch die Kriegsparteien legen noch einmal richtig los. Artilleriegeschosse landen in Wohngebieten, Bomben fallen auf Städte. Die Huthi-Rebellen schießen eine tief fliegende marokkanische F-16 ab.

Einen Tag vor dem geplanten Beginn einer fünftägigen Feuerpause haben die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen und das saudische Militär Gebiete entlang der gemeinsamen Grenze mit Raketen beschossen.

In der saudischen Grenzstadt Nadschran starb ein pakistanischer Gastarbeiter im Artilleriefeuer der Huthis, bestätigte der örtliche Zivilschutz. Vier saudische Bürger erlitten Verletzungen.

Saudische Kampfflugzeuge bombardierten darüber hinaus Huthi-Stellungen in der Stadt Tais und in der östlichen Provinz Marib, berichteten Augenzeugen. In der südlichen Hafenmetropole Aden rückten die Aufständischen trotz der saudischen Luftangriffe weiter vor, sagten örtliche Journalisten. Über der nördlichen Provinz Saada, dem Kernland der Huthis, schossen die Rebellen nach eigener Darstellung ein marokkanisches Kampfflugzeug ab.

Am späten Dienstagabend soll im Jemen eine fünftägige humanitäre Feuerpause in Kraft treten, an die sich die Konfliktparteien nach eigenem Bekunden halten wollen. Im ärmsten arabischen Land kämpfen vom Iran unterstützte Huthi-Rebellen gegen Anhänger des nach Riad geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi.

Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition bombardiert seit dem 26. März Stellungen und Waffenlager der Huthis. Bei Kämpfen und Luftangriffen wurden seitdem nach UN-Angaben mindestens 646 Zivilisten getötet und 1364 weitere verletzt.

Not der Menschen immer größer

Zugleich verschärften Luftkrieg und Seeblockade durch die saudische Koalition die Notlage der Zivilbevölkerung. Vor allem Benzin und andere Treibstoffe wurden zuletzt äußerst knapp. Die geplante Waffenruhe soll vor allem dazu dienen, dass die Hilfslieferungen wieder anlaufen können.

"Die steigende Zahl an Zivilisten, die durch die Kämpfe getötet und verletzt werden, könnte noch verblassen vor dem Schaden, den eine anhaltende Treibstoff-Blockade der Bevölkerung zufügen wird", erklärte der Nahost-Direktor von Human Rights Watch (HRW), Joe Stork. "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis in den letzten noch arbeitenden Krankenhäusern des Jemen die Lichter ausgehen", fügte er hinzu.

Verteidigungskreise in der marokkanischen Hauptstadt Rabat bestätigten, dass die über dem Jemen vermisste F-16-Maschine von einem Geschoss getroffen wurde. Das Flugzeug sei gemeinsam mit einem zweiten Jet auf einer Erkundungsmission in niedriger Flughöhe in einer bergigen Region im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien unterwegs gewesen, hieß es.

In diesem Gebiet hätten die Rebellen Luftabwehr-Raketen stationiert. Der Pilot des zweiten Flugzeugs konnte nach Angaben der marokkanischen Nachrichtenagentur MAP keine Angaben darüber machen, ob sich sein Kollege mit dem Schleudersitz habe retten können. Über das Schicksal des Piloten war zunächst nichts bekannt. Marokko gehört zu der saudischen Koalition.

dpa

HRW-Erklärung

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