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Moschee in Köln. Zum Ramadan laden die Islamverbände wieder allabendlich in die Moscheegemeinden ein. Foto: Oliver Berg

Bis Mitte Juni

Ramadan: Fasten bei 40 Grad und Herausforderung für Schulen

Tagsüber kein Wasser, kein Essen, kein Sex: Hunderte Millionen Muslime starten in diesen Tagen in den Fastenmonat Ramadan. In Deutschland befürchten Lehrer Probleme im Unterricht.

Köln/Kairo (dpa) - Für Millionen Muslime hat am Mittwoch der Fastenmonat Ramadan begonnen. Die Islamverbände laden wieder allabendlich in die Moscheegemeinden ein.

Allein in der Zentralmoschee in Köln könnten täglich rund 1000 Besucher zum gemeinsamen Fastenbrechen Iftar kommen, wie die Ditib als größte Islam-Organisation in Deutschland mitteilte.

Der Ramadan dauert diesmal bis Mitte Juni. Gläubige Muslime verzichten von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Der Ramadan ist für viele der geschätzt fünf Millionen Muslime in Deutschland ein wichtiger Pfeiler ihres Glaubens. Vom Fastengebot sind Kinder, Schwangere, alte und schwer körperlich arbeitende Menschen ausgenommen.

Für Hunderte Millionen Muslime weltweit beginnt die Zeit der Enthaltsamkeit erst am Donnerstag, wie religiöse Instanzen in Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten mitteilten. Der Ramadan beginnt traditionell am Tag nach der Sichtung der Mondsichel nach dem Neumond. Dies kann von Land zu Land leicht variieren.

Weltweit sind 1,6 Milliarden Muslime zum fasten aufgerufen. Auch dieses Jahr fällt der Fastenmonat in die Zeit hoher Temperaturen. Hunderte Millionen Muslime im Nahen und Mittleren Osten verzichten tagsüber bei teilweise weit über 40 Grad sogar auf Flüssigkeit. In Kairo beträgt die Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang dabei fast 14 Stunden.

Nach Beobachtung des Deutschen Lehrerverbands nehmen viele muslimische Schüler das Fasten "inzwischen sehr ernst". Dies könne an Schulen, die über eine nennenswerte Schülerschaft mit Migrationshintergrund verfügten, zu Problemen im Schulalltag führen, beklagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger gegenüber "Welt Online" (Mittwoch).

Schwierig werde es dann, wenn die religiösen Belange einzelner Schüler alle einschränkten. Dies sei etwa der Fall, wenn Eltern Druck auf die Schulleitungen ausübten, während des Fastens keine Prüfungen oder Exkursionen anzusetzen und sich deshalb die Prüfungen für alle Schüler in einem bestimmten Zeitraum massierten. "Das geht nicht", kritisierte Meidinger.

Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey warnte vor der strikten Auslegung des Fastens in der Schule. Bei der Diskussion müssten die Gesundheit und das Wohl der Kinder im Mittelpunkt stehen, sagte die SPD-Politikerin dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Kinder müssen regelmäßig trinken und essen, sonst können sie nicht mehr aufmerksam dem Unterricht folgen und manche klappen sogar im Sportunterricht zusammen", sagte Giffey. Auf die Frage, was wichtiger sei, Schule oder Religion, sagte die Ministerin: "Gesundheit und Schule gehen vor."

Der Zentralrat der Muslime betonte, in der Zeit des Verzichts solle man sich besonders für ein friedliches Miteinander einsetzen, gegen Rassismus, Ausgrenzung und Hass in der Gesellschaft eintreten. Erst nach Sonnenuntergang ist Essen und Trinken erlaubt, dann kommen viele zum Iftar oder Nachtgebet zusammen, was in vielen Moscheegemeinden allen Interessierten offensteht.

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