Ärger für italienisches Gesundheitsministerium

Rassismusvorwurf: Fruchtbarkeits-Broschüre zurückgezogen

Rom - Die Fruchtbarkeitskampagne, mit der die italienische Regierung die Menschen zum Kinder kriegen überzeugen will, stößt auf heftige Entrüstung.

Eine Broschüre zum Thema „Fertility Day“ wurde im Internet als „rassistisch“ kritisiert. Das Gesundheitsministerium zog die Broschüre daraufhin am Mittwochabend zurück und löschte die entsprechende Seite auf seiner Webseite. Italien hat eine der niedrigsten Geburtenquoten in Europa.

Auf dem Titel der Broschüre ist zu sehen, welche Dinge gut und schlecht für die Fruchtbarkeit sind. Unter dem Kapitel „gute“ Angewohnheiten sieht man zwei weiße Pärchen am Meer. Für die „schlechten“ wurden ein Dunkelhäutiger und ein Mensch mit Rastalocken beim Drogenkonsum abgelichtet. Facebook-Nutzer kritisierten das als Rassismus.

Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin versucht seit Langem, ihre Landsleute zum Kinderkriegen zu bewegen. Mit einer vorherigen Fotokampagne hatte sie allerdings auch kein Glück. Das Foto zeigte eine Frau mitsamt einer ablaufenden Eieruhr. Viele kritisierten, dass dies Frauen die Schuld daran gebe, nicht schwanger zu werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei lässt Kölner Schriftsteller Akhanli festnehmen
Dogan Akhanli floh vor mehr als 25 Jahren aus der Türkei, er ist längst deutscher Staatsbürger, lebt in Köln. Nun hat die spanische Polizei den kritischen Schriftsteller …
Türkei lässt Kölner Schriftsteller Akhanli festnehmen
Tausende marschieren in Boston gegen Rassismus und Hass
Angespannte Stunden in Boston: Eine Woche nach den Zusammenstößen in Charlottesville gehen in der US-Ostküstenstadt tausende Menschen auf die Straße - Demonstranten und …
Tausende marschieren in Boston gegen Rassismus und Hass
Kölner Schriftsteller Akhanli auf Betreiben Ankaras in Spanien festgenommen
Der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli ist nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Volker Beck am Samstag auf Betreiben Ankaras in Spanien festgenommen worden.
Kölner Schriftsteller Akhanli auf Betreiben Ankaras in Spanien festgenommen
Die traurige Geschichte hinter diesen bunten Zetteln - „Wir haben keine Angst!“
Es sind Bilder, die Barcelona wohl nie vergessen wird: Ein Lieferwagen hinterlässt eine Spur des Todes. Wenig später wird ein zweiter Anschlag vereitelt. Spanien steht …
Die traurige Geschichte hinter diesen bunten Zetteln - „Wir haben keine Angst!“

Kommentare