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Für den Staat ist Rauchen ein lukratives Geschäft.

Steuereinnahmen sprudeln

Fiskus verdient wieder mehr Geld an Rauchern

Wiesbaden - An Zigaretten und Pfeifentabak hat der Staat im zweiten Quartal des Jahres mehr verdient als im Vorjahr. Auch Feinschnitt spülte mehr Geld in die Kasse - obwohl weniger verkauft wurde.

Deutschlands Raucher haben dem Staat im zweiten Quartal 2015 mehr Steuereinnahmen gebracht als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden von April bis Ende Juni Tabakwaren im Verkaufswert von 6,5 Milliarden Euro versteuert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Das spülte 255 Millionen Euro oder 4,1 Prozent mehr in die Staatskasse als im Vorjahreszeitraum. Der Rest ging etwa an die Tabakindustrie oder die Händler. Die Menge an Zigaretten, dem verkaufsstärksten Posten, stieg um 1,1 Prozent auf rund 20,4 Milliarden Glimmstängel. Der Fiskus verdiente daran 5,4 Milliarden Euro - ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Statistiker überraschte das nicht: "In geschlossenen Gebäuden darf man nicht rauchen, deswegen beobachten wir einen Anstieg im Sommer häufiger", sagte Petra Martin vom Statistischen Bundesamt.

Deutlich mehr verkauft wurde der Behörde zufolge der Pfeifentabak. Die versteuerten Mengen kletterten um 31,9 Prozent auf 422 Tonnen. In die Statistik einberechnet wurde auch Wasserpfeifentabak, der Martin zufolge bei dem Anstieg eine Rolle spielt. Die Zahlen ergeben sich aus den Bestellungen von Steuerzeichen für Packungen. Die Statistik gibt also nicht den tatsächlichen Tabakkonsum wieder.

Feinschlifftabak zum Selberdrehen ist große Geldquelle

Mehr verdient hat der Staat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch mit Feinschnitt-Tabak zum Selberdrehen. Der versteuerte Verkaufswert kletterte um 4,5 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro - und das obwohl 1,2 Prozent weniger verkauft wurde.

Die Statistiker führen dafür vor allem zwei Gründe an: Die Steuererhöhung zum 1. Januar und die infolgedessen gestiegenen Preise vieler Marken. "Wir werden im Laufe des Jahres noch ähnliche Zahlen sehen", sagte Jan Mücke, Geschäftsführer Deutscher Zigarettenverband (DZV). Weil jeweils die Vorjahreszahlen verglichen werden, sollte sich dieser Wert aber im kommenden Jahr wieder stabilisieren.

Auch Zigarren und Zigarillos wurden weniger verkauft als im zweiten Quartal 2014. Die versteuerten Mengen sanken um 30,5 Prozent auf 7,3 Milliarden Stück. Der DZV führt das auf die EU-Tabakrichtlinie zurück. Seit Jahresbeginn müssen Eco-Zigarillos, deren Deckblatt aus verarbeitetem Tabak bestehen, als Zigaretten versteuert werden.

dpa

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