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Razzia gegen Islamisten in Berlin

Im Umfeld Anis Amris?

Razzia gegen Islamisten in Berlin - Festnahmen auch in Salzgitter

Die Polizei in Berlin fährt derzeit eine Großrazzia gegen Islamisten. Offenbar geht es um Menschen aus dem Umfeld des IS - und des Attentäters Anis Amri.

Berlin - Die Polizei in Berlin ist mit einer größeren Razzia gegen die Islamistenszene vorgegangen. Vier Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren werden verdächtigt, IS-Mitglieder zu sein - und einen Anschlag geplant zu haben, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Hintergrund seien Ermittlungen zu Ausreisen in das Herrschaftsgebiet der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), hatte die Behörde zuvor via Twitter mitgeteilt. Insgesamt seien 130 Polizisten, darunter auch Spezialeinheiten im Einsatz gewesen.

Zwei der verdächtigten Männer sollen im November 2016 über Istanbul ins IS-Gebiet gereist sein, ein dritter soll an einer Militärausbildung der Terrororganisation teilgenommen haben. Alle drei sollen sich noch in dem Bürgerkriegsgebiet aufhalten. Wie die Zeitungen B.Z. und Bild online berichten, soll sich die Aktion gegen Verdächtige aus dem Umfeld des Attentäters vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, richten.

Bewaffnete Polizisten durchsuchten Hochhaus-Wohnung

Nach dpa-Informationen durchsuchten bewaffnete Polizisten eine Wohnung in einem Hochhaus in der Lipschitzallee in der Gropiusstadt. Mehrere Einsatzfahrzeuge waren auf einem nahe gelegenen Parkplatz postiert. Die Polizei twitterte, die „motivierte und professionelle Ermittlungsarbeit“ der Kollegen vom Staatsschutz des Landeskriminalamtes habe die Durchsuchungen ermöglicht.

Am 19. Dezember 2016 war Amri war mit einem gestohlenen Laster in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast. Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland waren zwölf Menschen getötet und annähernd 100 Menschen verletzt worden. Amri wurde einige Tage später auf der Flucht von italienischen Polizisten erschossen.

Auch zwei mutmaßliche IS-Unterstützer im niedersächsischen Salzgitter gefasst

Unabhängig davon haben Ermittler im niedersächsischen Salzgitter zwei mutmaßliche Unterstützer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gefasst. Die 21-Jährigen hätten islamistische Inhalte ins Internet eingestellt und dort mit Straftaten gedroht, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Celle am Donnerstag mit. Polizisten hätten sie am Dienstag festgenommen. Ein Richter habe am Mittwoch Untersuchungshaft gegen sie verhängt.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft handelt es sich um Palästinenser, die mindestens seit November in dieser Weise aktiv gewesen sein sollen. Ihre Beiträge wurden demnach von IS-nahen Kanälen weiterverbreitet. Ihnen werden die Unterstützung einer ausländischen Terrorvereinigung sowie die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten vorgeworfen.

Einzelheiten nannten die Ermittler unter Verweis auf die noch andauernde Aufklärung nicht. Die niedersächsische Regierung lobte den Einsatz. "Wie gefährlich die Täter im vorliegenden Fall in Salzgitter tatsächlich sind und ob möglicherweise ein Terrorakt im Keim erstickt werden konnte, werden die weiteren Ermittlungen ergeben", erklärten Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Justizministerin Barbara Havliza (CDU) in Hannover.

Lesen Sie auch: De Maizière ein Jahr nach Berlin-Anschlag: Deutschland ist sicherer geworden

dpa/AFP/fn

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