Gewaltbereite Reichsbürger?

Razzia gegen Rechtsterroristen in mehreren Bundesländern

In drei Bundesländern hat die Bundesanwaltschaft Wohnungen mutmaßlicher Rechtsterroristen durchsuchen lassen. Die Verdächtigen seien auch vor gezielter Tötung nicht zurückgeschreckt.

Karlsruhe - Wegen des Verdachts der Gründung einer rechtsterroristischen Vereinigung hat die Bundesanwaltschaft am Sonntag die Wohnungen von acht Beschuldigten in Berlin, Brandenburg und Thüringen durchsuchen lassen. 

Festgenommen worden sei bisher niemand. Die Razzia diente demnach "dazu, die bestehenden Verdachtsmomente zu objektivieren". Insbesondere solle "geklärt werden, ob die Beschuldigten tatsächlich über Waffen verfügen". Daher seien auch die Spezialeinheit GSG 9 und das mobile Einsatzkommando des Bundeskriminalamtes eingesetzt worden.Die Aktionen hätten nichts mit der Amokfahrt in Münster zu tun.

„Auch in Betracht gezogen, nötigenfalls zielgerichtet Menschen zu töten“

Die Verdächtigen sollen der sogenannten Reichsbürgerszene angehören und sich spätestens im Sommer 2017 zusammengeschlossen haben, wie die Behörde am Sonntag in Karlsruhe mitteilte. Dabei sollen sie "auch in Betracht gezogen haben, nötigenfalls zielgerichtet Menschen zu töten", und sich "zu diesem Zweck bereits Waffen beschafft haben".

Laut Bundesanwaltschaft hatte die Staatsanwaltschaft im thüringischen Gera am 16. August vergangenen Jahres Ermittlungen aufgenommen. Die Karlsruher Behörde übernahm das dortige Verfahren im Oktober und leitete Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Gründung einer terroristischen Vereinigung ein.

Die Razzia vom Sonntag erfolgte auf Grundlage von Beschlüssen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs. Es seien auch Wohnungen von weiteren nicht tatverdächtigen Menschen durchsucht worden.

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AFP/dpa/fn

Rubriklistenbild: © dpa / Fabian Sommer

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