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Kistenweise Munition fand die Polizei bei dem 40-Jährigen. 

Festgenommener habe „gesteigerte Gewaltbereitschaft“ 

Was hatte der Berliner Islamist mit 20.000 Schuss Munition vor?

Die Polizei beschlagnahmte in der Nacht zum Mittwoch Waffen und große Mengen Munition. Der Festgenommene wird dem Haftrichter vorgeführt. 

Bei einer Razzia hat die Berliner Polizei im Umfeld eines mutmaßlichen Islamisten in der Nacht zum Mittwoch mehrere Waffen und 20.000 Schuss Munition beschlagnahmt sowie einen Verdächtigen festgenommen. Es habe Anlass zur Besorgnis gegeben, dass die Waffen "für Anschläge genutzt werden könnten", ohne dass "bislang Erkenntnisse für ein konkretes Anschlagsvorhaben vorliegen", erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. 

Kistenweise Munition und Sturmgewehre

Bei der Razzia beschlagnahmten die Ermittler der Sprecherin zufolge kistenweise Munition, insgesamt handle es sich um 20.000 Schuss. An Waffen habe der Mann eine Maschinenpistole, ein Maschinengewehr sowie mehrere Sturmgewehre illegal besessen.

Diese Waffen wurden bei der Razzia gefunden. 

Der Razzia waren demnach mehrmonatige Ermittlungen gegen den 40-jährigen deutschen Staatsangehörigen vorausgegangen. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft sagte auf Anfrage, es gebe bisher aber "noch keinerlei Anhaltspunkte" dafür, dass es zwischen dem Waffenarsenal und dem islamistischen Hintergrund einen Zusammenhang gebe. Die beiden Bereiche stünden nach dem derzeitigen Ermittlungsstand nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang. 

Auch seine Moschee steht unter Beobachtung

Der Mann besuchte der Sprecherin zufolge eine Berliner Moschee, die im Fokus des Staatsschutzes stehe und beobachtet werde. Es gebe bisher aber auch keine Erkenntnisse, dass er womöglich als Waffenlieferant für Mitglieder der dortigen Szene tätig gewesen sei. Auf die Spur des Verdächtigen kamen die Ermittler den Angaben zufolge bei Ermittlungen in anderer Sache. 

„Gesteigerte Gewaltbereitschaft“

Im Juni sei ein 27 Jahre alter Mann wegen Rauschgift- und Waffendelikten festgenommen worden. Bei den Ermittlungen in diesem Fall sei deutlich geworden, dass der nun festgenommene Beschuldigte Zugriff auf scharfe Waffen und Kriegswaffen haben könnte. Zum Zugriff nach einer monatelangen Beobachtung entschieden sich die Ermittler der Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft zufolge, weil bei dem Verdächtigen zuletzt eine "gesteigerte Gewaltbereitschaft" erkennbar gewesen sei. Diese habe sich auf den familiären Bereich bezogen, dort sei es zu mehreren Konflikten gekommen. 

Der Verdächtige ist zudem einschlägig vorbestraft. Er sei im März wegen Waffendelikten zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Noch am Mittwoch sollte der Beschuldigte dem Haftrichter vorgeführt werden. 

AFP

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