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Andrea Nahles.

Kommentar

Recht auf Home Office? SPD erwacht aus Dornröschenschlaf

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Es scheint, als wäre die SPD aus einer Art Dornröschenschlaf erwacht. Täglich überrascht sie das Land mit neuen Ideen, die zwar nicht immer ganz ausgegoren sind, dafür aber politische Debatten auf Feldern anstoßen, auf denen durchaus Handlungsbedarf besteht.

Die sich rasant verändernde Arbeitswelt ist so eines: In Zeiten von Smartphones und schnellem Internet verschiebt sich in vielen Berufen die Arbeitsroutine massiv. Mit Chancen und Risiken für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer – und mit klaren Arbeitsaufträgen für den Gesetzgeber.

Bislang wird die Flexibilisierung der Arbeitswelt in Deutschland viel zu oft negativ gesehen, beispielsweise, wenn Arbeitnehmer plötzlich auch in der Freizeit erreichbar sein sollen. Dabei eröffnet sie ebenso viele Chancen: In den wachsenden Großstädten könnten mehr Pendler ein, zwei Mal pro Woche zuhause bleiben – und so die eigenen Nerven und die Verkehrssituation insgesamt entlasten. 

SPD-Vorschlag: Möglichkeit von Home Office erstreckt sich längst nicht auf alle Berufe

Mehr Frauen (und Männer!) könnten Familie und Beruf besser vereinbaren. Mehr Arbeitgeber hätten den Vorteil, dass plötzlich nicht mehr derjenige am fleißigsten wirkt, der viel Zeit absitzt, sondern der, der die beste Leistung abliefert. Leider gibt es solche Modelle noch immer zu selten, weil sie a) gegenseitiges Vertrauen brauchen und b) rechtliche Rahmenbedingungen.

Die Möglichkeit von Home Office erstreckt sich allerdings längst nicht auf alle Berufe. Verkäufer, Busfahrer oder Richter werden weiter vor Ort gebraucht. Nicht nur deshalb ist es zweifelhaft, ob der Staat gleich ein „Recht auf Home Office“ vorgeben sollte. Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Bedürfnisse, wechselnde Auftragslagen und Deadlines. Da sollte sich der Staat mit zu starren Vorgaben heraushalten. Wenn er unbedingt steuernd eingreifen will, dann eher mit Anreizprogrammen.

Mike.Schier@ovb.net

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