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Die EU-Abgeordnete Helga Trüpel hat mit einer Aussage über Jens Spahn für heftige Diskussionen gesorgt.

Auf Landesparteitag 

„Der rechte, schwule Jens Spahn“ - Grünen-Politikerin sorgt mit Aussage für Eklat

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Mit einer abfälligen Äußerung gegenüber CDU-Politiker Jens Spahn, hat die Grünen-Politikerin Helga Trüpel für einen Eklat gesorgt. Ihr Landesverband verteidigte sie. Von der CDU kommt dagegen Kritik.

Bremen - Auf dem Landesparteitag der Grünen am vergangenen Samstag hat die Politikerin Helga Trüpel für einen Eklat gesorgt. Trüpel, die seit 2004 Mitglied im Europäischen Parlament ist, sprach dort in einer Rede über die laufenden Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen:

„Wenn das Verhandlungsergebnis gut genug ist, sollten wir es machen", erklärte Trüpel laut welt.de und warb damit für ein Gelingen der Jamaika-Koalition auf Bundesebene. Dann schickte die Politikerin aber auch noch eine Begründung für ihre Aussage hinter her, die allerdings völlig daneben ging: „Wenn Merkel, dass nicht hinkriegt, dann ist sie weg. Und dann kommt dieser rechte, schwule Jens Spahn vielleicht. Daran habe ich nun gar kein Interesse.“

Fernsehsender nennt Trüpels Aussage homophob

Trüpels verbale Entgleisung blieb nicht ohne Folgen. Der Bremer Fernsehsender „Buten und Binnen“ verurteilte die Aussage als homophob. In einer schriftlichen Erklärung, entschuldigte sich die 59-Jährige hinterher und stellte die Aussage klar. 

"Ich habe auf Nachfrage von BuBi ("Buten und Binnen", Anmerkung der Redaktion) gesagt, dass ich bei der Formulierung einen Fehler gemacht habe, weil ich hätte sagen müssen und wollen, dass Jens Spahn, obwohl er schwul ist, rechte Gesellschaftspolitik macht, was ich deutlich kritisiere", schreibt Trüpel in ihrer Erklärung.

Jens Spahn, der in der CDU den Posten des Finanzstaatssekretär inne hat, gehört dem konservativen Flügel der Partei an. Mit seiner Homosexualität ging der Politiker sehr offen um.

Trüpel begründete ihre Entscheidung weiter, sie hätte von einem homosexuellen Politiker, der selbst Ausgrenzung und Diskriminierung kenne, mehr Mitgefühl für Flüchtlinge und Migranten erwartet. 

Spahn hatte in der Vergangenheit mehrfach den angeblichen Integrationsunwillen von Muslimen kritisiert und die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Frage gestellt. 

Die 59-jährige Grünen-Politikerin erklärte, sie habe diese Einstellung Spahns verurteilen wollen, nicht seine sexuelle Ausrichtung. Erst am Ende der Erklärung folgte eine Entschuldigung: „Aber ich gebe zu (..), dass die Formulierung nicht genug war und damit missverstanden werden könnte. Dafür habe ich mich entschuldigt“, erklärte sie.

„Ihre Entschuldigung macht es nicht besser“

CDU-Landeschef Jörg Kastendiek kritisierte gegenüber welt.de die Aussage von Trüpel scharf: „Ihre Entschuldigung macht es leider auch nicht besser.“ Sie mache eine tief verwurzelte Intoleranz gegenüber anders denkenden und anders lebenden Menschen deutlich, so Kastendiek weiter. Ihre Entschuldigung nannte er „halbherzig“. Er erwarte, dass sich die Parteispitze der Bremer Grünen von Trüpels Bemerkung distanziere.

Diese stellte sich allerdings hinter ihre Politikerin. So erklärte Ralph Saxe, der Vorstandssprecher der Bremer Grünen gegenüber welt.de: „Helga Trüpel hat das richtiggestellt und sich dafür entschuldigt. Ich habe die Entschuldigung angenommen.“ Der Politikerin Homophobie vorzuwerfen, nannte der Sprecher „abwegig“. „Wir schätzen Helga sehr und wünschen uns, dass sie ein aktiver und nicht ein ruhender Teil unseres Landesverbandes ist“, so der Sprecher weiter.

Trotz des Rückhalts in der Landespartei, zog Trüpel aus ihrer Äußerung eine weitere Konsequenz. In einem Brief an ihren Landesverband erklärte die 59-Jährige, ihre Mitgliedschaft bei denen Grünen vorerst ruhen zu lassen, bis die Konflikte geklärt seien.“

Jens Spahn hat sich zu der Aussage bislang nicht geäußert.

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