Bei einer AfD-Kundgebung

Rechte Zeitschrift in Einsatzwagen: So reagiert die Polizei

Jena - Was wollte die Polizei denn damit bezwecken? Bei einer AfD-Kundgebung lag hinter der Windschutzscheibe eines Polizeiautos die rechte Zeitschrift "Compact". Auch ihre Antwort gibt Rätsel auf.

Im Vorfeld einer AfD-Kundgebung in Jena hat eine Ausgabe der rechten Zeitschrift „Compact“ hinter der Scheibe eines Polizeiautos für Aufregung gesorgt. Die Polizei teilte in der Nacht zum Donnerstag mit, sie habe kritische Nachfragen dazu bekommen, warum das Magazin gut sichtbar in dem Fahrzeug lag. Beim Polizeiführer habe der Fall für Unverständnis gesorgt.

Zuvor hatte sich die Polizei schon über den Kurznachrichtendienst Twitter entschuldigt, nachdem dort die Frage aufgekommen war, ob man sich um die Neutralität der Ordnungshüter sorgen müsse: „Nein - wir sind selbstverständlich unparteiisch! Sorry trotzdem“, lautete die Antwort. Auf dem Titel des „Compact“-Magazins ist die AfD-Chefin Frauke Petry zu sehen.

In den sozialen Netzwerken war das Foto ein großes Thema. Entertainer Jan Böhmermann fasste den Tweet auf und fragte, wieso sich die Polizei dafür entschuldige, wenn sie doch sowieso unparteiisch sei. Er garnierte seinen Facebook-Post in Anlehnung an sein Lied mit dem Hashtag #ichhabkeinepolizei.

Gewerkschaft der Polizei rügt Vorfall

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) rügte den Vorfall. „Das ist provozierend und extrem unprofessionell“, sagte der Thüringer GdP-Landeschef Kai Christ am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei ist während des Dienstes zur politischen Neutralität verpflichtet. „Das leben wir auch.“

Landtagspräsident Christian Carius warnte davor, die Thüringer Polizei pauschal zu verurteilen. „Sie macht im Grundsatz eine gute Arbeit“, sagte er.

Etwa 2500 Menschen hatten in Jena gegen die AfD-Kundgebung demonstriert, wie die Polizei mitteilte. Dem Aufruf der Partei seien etwa 550 ihrer Anhänger gefolgt. Als Gegendemonstranten Absperrungen durchbrechen wollten, setzte die Polizei Pfefferspray ein. Es gab mehrere Verletzte.

dpa

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter

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