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Satiriker im EU-Parlament

Sonneborn sorgt für neuen Erdogan-Eklat: "Irrer vom Bosporus"

Brüssel - Martin Sonneborn, der für DIE PARTEI im EU-Parlament sitzt, warf der Türkei nun in einer Rede vor, den Deutschen in Sachen Völkermord den Rang abzulaufen. 

Der Aufhänger für den Ex-Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic" war ein Konzertprojekt der Dresdner Symphoniker. 

Seine Rede ging am Donnerstagabend bereits in den Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter viral und verbreitete sich dort schnell. 

Es ist nach dem Video von extra3 und dem Schmähgedicht von Jan Böhmermann und dem Lied von Dieter Hallervorden, die nächste große Satire-Attacke aus Deutschland auf Türkeis Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. 

Die Rede von Martin Sonneborn im Wortlaut: 

"Der 'Irre vom Bosporus' wie wir den Irren vom Bosporus, Erdogan, im EU-Parlament liebevoll nennen, hat wieder zugeschlagen. 

Diesmal hat er durch seinen Botschafter die EU-Kommission angewiesen, die Förderung für ein Konzertprojekt der Dresdner Symphoniker einzustellen, das sich mit dem türkischen Genozid an den Armeniern beschäftigt. Die Kommission hat daraufhin das Orchester aufgefordert, entsprechende Textstellen abzumildern und das Wort 'Genozid' zu vermeiden. 

Als Mitglied des Kulturausschusses möchte ich einen Vorschlag zur Güte machen: Ich empfehle den Dresdner Symphonikern dringend das Wort 'Genozid' zu streichen - und durch den Begriff 'Völkermord' zu ersetzen. 

Ich bin Deutscher und mit Völkermord kennen wir uns aus. 

Allerdings konstatiere ich mit einer gewissen Verblüffung, dass uns die Türkei hier allmählich den Rang abläuft. Deshalb möchte ich die türkische Regierung warnen, den hundertjährigen Rhythmus, in dem sie offensichtlich Genozide zu begehen gedenkt, derzeit genügt ein Blick auf die Lage der Kurden, nicht zu beschleunigen. 

Sonst müssen wir darüber nachdenken, die Drecksarbeit mit unseren Flüchtlingen jemand anderem zu übertragen. 

Nichts für ungut. Derzeit keine Türkei-Urlaube geplant."

Die Rede im Video: 

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