+
Laut Staatsregierung kamen 2015 1,1 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland.

Begrenzung der Zuwanderung gefordert

Regierung: 2015 kamen 1,1 Millionen Flüchtlinge

München - Im zu Ende gehenden Jahr sind nach Angaben der bayerischen Staatsregierung fast 1,1 Millionen Flüchtlinge in Deutschland angekommen, der Großteil von ihnen über Bayern.

Das teilte Sozialministerin Emilia Müller (CSU) am Mittwoch in München mit. Rund 160 000 davon blieben im Freistaat, die anderen wurden gemäß dem bundesweiten Verteilungsschlüssel in andere Bundesländer gebracht.

Müller bekräftigte angesichts der Rekordzahl die Forderung nach einer Begrenzung des Flüchtlingszustroms: „Wir brauchen nun dringender denn je eine wirksame Begrenzung der Zuwanderung, denn Deutschland kann diese Zugänge nicht dauerhaft schultern“, sagte die CSU-Politikerin. Deshalb müssten auf Bundesebene und in Europa strukturelle Maßnahmen für eine wirksame Begrenzung und eine Verteilung der Flüchtlinge vorangetrieben werden. „Nur so kann die Unterbringung und Versorgung der wirklich Schutzbedürftigen weiter gewährleistet werden.“

Große Herausforderung für die Gesellschaft

Im Jahr 2014 hatte Bayern noch 32 000 neue Asylbewerber gezählt. „2015 haben wir fünf Mal so viele Menschen in unseren bayerischen Erstaufnahmeeinrichtungen aufgenommen, medizinisch untersucht, untergebracht und versorgt wie im Vorjahr“, betonte Müller. „Dieser hohe Zugang an Asylsuchenden, von denen ein großer Teil dauerhaft hier bleiben wird, ist die größte Herausforderung für unsere Gesellschaft seit der deutschen Wiedervereinigung.“ Bayern habe mit der Aufnahme der vielen Flüchtlinge aber eine gute Visitenkarte abgegeben. „Ich danke allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz, sei er hauptamtlich oder ehrenamtlich erfolgt“, sagte sie.

Lesen Sie auch

Flüchtlinge ohne Papiere abweisen: Kritik an CSU-Vorstoß

Mehr Übergriffe, mehr Angriffe auf Flüchtlingsheime

Pflichtkurse für Flüchtlinge: Da könnte es Probleme geben

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei-Krise spitzt sich zu - Zeitung warnt vor schweren Konsequenzen auch für Deutschland
Die Ankündigung höherer US-Strafzölle trifft die Türkei schwer. Erdogan forderte Bürger auf, bestimmte US-Produkte fortan zu boykottieren. Wir berichten im News-Ticker.
Türkei-Krise spitzt sich zu - Zeitung warnt vor schweren Konsequenzen auch für Deutschland
Hier geht es zur Abstimmung über die Sommerzeit: Umfrage zur Zeitumstellung endet heute
Die Zeitumstellung ist ein ständiger Streitpunkt. Sollen also die Sommerzeit abgeschafft werden? Eine Abstimmung der EU will genau das von den Bürgern wissen. Bei uns …
Hier geht es zur Abstimmung über die Sommerzeit: Umfrage zur Zeitumstellung endet heute
Söder sucht die Stabilität
Der bayerische Wahlkampf befindet sich vor dem Endspurt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) versucht die Anti-Stimmung gegen die CSU zu drehen. Das fällt selbst im …
Söder sucht die Stabilität
Fall Sami A.: "Grenzen des Rechtsstaates ausgetestet"
Der Fall des Islamisten Sami A. hinterlässt tiefe Spuren in Deutschland. Die ranghöchste Richterin in Nordrhein-Westfalen sorgt sich um die Zusammenarbeit von Justiz und …
Fall Sami A.: "Grenzen des Rechtsstaates ausgetestet"

Kommentare