+
Bis zu 150 deutsche Soldaten sollen sich an der UN-Truppe im westafrikanischen Mali beteiligen.

Libanon, Mali und Libyen

Weitere deutsche Auslandseinsätze beschlossen

Berlin - Die Bundeswehr ist weltweit in zahlreichen Krisengebieten im Einsatz. Das Kabinett hat nun die Verlängerung verschiedener Missionen beschlossen - und ein Engagement deutscher Polizisten in Libyen.

Die Bundesregierung will die Bundeswehr ein weiteres Jahr an der internationalen Unifil-Mission zur Überwachung der libanesischen Küste beteiligen. Das Kabinett billigte am Mittwoch einen entsprechenden gemeinsamen Entwurf des Verteidigungs- und des Außenministeriums. Der Bundestag muss noch zustimmen - genauso wie bei zwei anderen Auslandseinsätzen von Soldaten und deutschen Polizisten, die ebenfalls von den Ministern beschlossen wurden.

An der Unifil-Mission zur Unterbindung des Waffenschmuggels durch die Hisbollah-Miliz sollen sich bis zu 300 Marine-Soldaten beteiligen. Derzeit ist die Bundeswehr mit 180 Soldaten, einer Korvette und einem Schnellboot im Einsatz.

Bis zu 150 deutsche Soldaten sollen sich an der UN-Truppe im westafrikanischen Mali beteiligen, die ab Juli die afrikanische Eingreiftruppe Afisma ersetzen soll. Die Bundeswehr ist derzeit mit rund 200 Soldaten in Mali und in dessen Nachbarland Senegal im Einsatz. Sie bilden die Armee aus und helfen mit Lufttransporten.

Deutsche Polizeibeamte nach Libyen

Der UN-Sicherheitsrat hatte im April beschlossen, mehr als 12 000 Soldaten und Polizisten nach Mali zu schicken. Die Minusma genannte UN-Truppe soll der dortigen Regierung helfen, die islamistischen und separatistischen Aufstände im Norden des Landes zu bekämpfen und politische Stabilität wiederherzustellen. Das UN-Mandat gilt für 11 200 Blauhelm-Soldaten und 1440 Polizisten ab dem 1. Juli zunächst für ein Jahr.

An der EU-Grenzschutzmission „Eubam Libya“ (EU Border Assistance Mission) in Libyen sollen sich nach dem Willen der Bundesregierung bis zu 20 deutsche Polizeibeamte von Bund und Ländern beteiligen können. Die EU hatte im Mai beschlossen, Libyen mit rund 100 Grenzschutzexperten zu unterstützen.

Sie sollen die Behörden des nordafrikanischen Landes beraten, damit diese die 4348 Kilometer langen Landgrenzen durch die Sahara und die 1770 Kilometer lange Küstenlinie künftig besser schützen können. Die Experten aus den EU-Staaten sind nicht selbst für Grenzkontrollen zuständig. Der Einsatz ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Britisches Parlament erzwingt sich Veto-Recht über Brexit-Abkommen
Die britische Premierministerin Theresa May hat beim Abschied aus der EU eine Niederlage hinnehmen müssen. Das Parlament hat ein Veto-Recht über das Brexit-Abkommen …
Britisches Parlament erzwingt sich Veto-Recht über Brexit-Abkommen
Trump: Attacke gegen Parteifreunde nach Wahlschlappe der Republikaner
Donald Trump hat auf die Wahlschlappe der Republikaner in Alabama reagiert. Der US-Präsident schießt scharf gegen einen Teil seiner Parteifreunde.
Trump: Attacke gegen Parteifreunde nach Wahlschlappe der Republikaner
Netanjahu kontert Erklärung islamischer Staaten zu Jerusalem
Die islamischen Staaten haben gemeinsam dazu aufgerufen, Jerusalem weiterhin zwischen Israel und Palästina aufzuteilen. Die Reaktion von Benjamin Netanjahu lässt nicht …
Netanjahu kontert Erklärung islamischer Staaten zu Jerusalem
Spitzen von SPD und Union beraten jetzt gemeinsam über GroKo
SPD und Union ringen um eine neue Bundesregierung. GroKo ja oder nein? Ist „KoKo“ vom Tisch? Heute Abend will die SPD eine Entscheidung treffen. Alle News im Ticker.
Spitzen von SPD und Union beraten jetzt gemeinsam über GroKo

Kommentare