+
Bundeswehrsoldaten bilden in Koulikoro Pioniere der Armee Malis aus. Die EU-Ausbildungsmission läuft seit April 2013.

Bald deutsche Blauhelme?

Regierung erwägt Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Mali

Berlin - Vor drei Jahren war das westafrikanische Mali ins Chaos gestürzt. UN-Soldaten versuchen nun, im gefährlichen Wüstengebiet im Norden des Landes für Ordnung zu sorgen. Möglicherweise tragen dort bald auch deutsche Soldaten Blauhelme.

Die Bundeswehr wird ihren Einsatz im westafrikanischen Mali wahrscheinlich auf den gefährlichen Norden des Landes ausweiten. Bundesaußenminister Steinmeier (SPD) sagte, es werde noch in dieser Woche einen militärischen Vorschlag zur Beteiligung an der UN-Blauhelmmission Minusma geben.

"Da geht es unter anderem um Aufklärungskapazitäten, die geschaffen werden müssen." Wieviele Soldaten dafür zusätzlich nach Mali geschickt werden müssten, sagte der SPD-Politiker nicht.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, dass der Einsatz von Aufklärungsdrohnen erwogen werde. Bisher ist die Bundeswehr mit 200 Soldaten an einer EU-Ausbildungsmission im relativ sicheren Süden des Landes beteiligt. An Minusma nehmen derzeit nur neun deutsche Soldaten im Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako teil.

Der Einsatz der Blauhelmsoldaten im Norden Malis ist deutlich gefährlicher als die Ausbildungsmission im Süden. Bis zum 30. Juni wurden dort 56 Blauhelmsoldaten getötet. Das Wüstengebiet war im Zuge eines Putsches 2012 ins Chaos gestürzt. Islamisten und Tuareg-Rebellen hatten dort die Macht an sich gerissen. Erst durch ein Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich im Januar 2013 konnte das Gebiet wieder weitgehend befreit werden.

Die Bundeswehr hatte im September ein Erkundungsteam nach Mali geschickt, um eine Unterstützung der niederländischen Streitkräfte im nordmalischen Gao zu prüfen. Die Stadt am Niger war 2012 von den Rebellen zur Hauptstadt des von ihnen ausgerufenen Staates Azawad erklärt, dann aber von französischen und malischen Streitkräften zurückerobert worden.

Die "SZ" zitiert aus einer Stellungnahme zu dem Bericht des Erkundungsteams, in der von einer "weitgehend eigenständigen und robusten Operationsführung" die Rede ist. Das könnte auch die Entsendung von Kampftruppen beinhalten. Die Soldaten würden "überwiegend in Gebieten mit erheblicher oder hoher Bedrohungslage" eingesetzt, zitiert das Blatt zudem Militärkreise.

Bundeswehr zu Mali-Einsatz

Minusma

EU-Ausbildungsmission

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Votum des SPD-Parteitags wirkt weit über Deutschland hinaus
Von Italiens Regierungschef bis hin zur CDU-Spitze kommen Appelle in Richtung SPD, der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union zuzustimmen. Der …
Votum des SPD-Parteitags wirkt weit über Deutschland hinaus
Vom Abschiebe-Amt bis zum Wohnungsbau: So (un)konkret sind Söders Pläne 
Die Bandbreite reicht vom Abschiebe-Amt bis zum Wohnungsbau: Markus Söders Plan für Bayern umfasst insgesamt zehn Punkte. Hinter einigen davon stehen allerdings noch …
Vom Abschiebe-Amt bis zum Wohnungsbau: So (un)konkret sind Söders Pläne 
Die SPD vor dem Sonderparteitag: Das große Zittern
Nun entscheidet der SPD-Sonderparteitag, ob es Koalitionsverhandlungen mit der Union geben soll. Gerade in Oberbayern scheint es aber kaum GroKo-Fans zu geben.
Die SPD vor dem Sonderparteitag: Das große Zittern
Der Check: Wie gut sind die Parteien vor der Landtagswahl schon aufgestellt?
Im Schatten des Streits um die GroKo stellen sich die Parteien für die Landtagswahl auf. Einige sind recht weit, andere stehen am Anfang. 
Der Check: Wie gut sind die Parteien vor der Landtagswahl schon aufgestellt?

Kommentare