1. Startseite
  2. Politik

Regierung in Honduras verlängert Ausgangssperre

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Der hondurasische Präsident Zelaya wird in Tegucigalpa von tausenden Anhängern gefeiert. © ap

Tegucigalpa - Der gestürzte hondurasische Präsident Manuel Zelaya ist in sein Land zurück gekehrt. Daraufhin verlängerte die Interimsregierung die Ausgangssperre.

Die Übergangsregierung des mittelamerikanischen Landes Honduras hat die nach der Rückkehr des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya verhängte Ausgangssperre bis Dienstagabend 18.00 Uhr (Ortszeit) verlängert. Dies teilte die Regierung über Radio und Fernsehen am Montagabend mit. Zunächst sollte die Maßnahme nur von 16.00 Uhr (Mitternacht MESZ) am Montag bis Dienstag 7.00 Uhr gelten. Die Regierung wolle mit diesem Schritt die Sicherheit der Einwohner garantieren, hieß es in lokalen Medienberichten.

Lesen Sie auch:

Gestürzter Präsident Zelaya kehrt nach Honduras

Zelaya: Vorwürfe gegen Weltgemeinschaft

Zelaya war am Montag 86 Tage nach seinem Sturz unbemerkt nach Honduras zurückgekehrt und hatte Zuflucht in der Botschaft Brasiliens gefunden. Zuvor hatte er bereits zweimal eine Rückkehr versucht, war allerdings gescheitert. Die internationale Staatengemeinschaft betrachtet ihn als den rechtmäßigen Präsidenten von Honduras, die Übergangs-Regierung unter Interims-Präsident Roberto Micheletti wurde bisher nicht anerkannt.

Reaktionen auf die Rückkehr

In einer ersten Reaktion auf die Rückkehr Zelayas sagten US- Außenministerin Hillary Clinton und der Präsident von Costa Rica, Oscar Arias, in New York , sie sähen jetzt eine bessere Chance für eine Lösung des Konfliktes. Friedensnobelpreisträger Arias sagte, die Rückkehr Zelayas erhöhe den Druck auf die Regierung Michelettis. Arias hatte bisher vergeblich versucht den Konflikt zu lösen. Clinton betonte, es sei wichtig, dass Zelaya und die Übergangsregierung jetzt einen Dialog beginnen. Sie wolle, dass der Konflikt friedlich beigelegt werde. Zelaya müsse seine Amtszeit beenden können und danach sollte es wie vorgesehen Wahlen geben und eine friedliche Übergabe der Macht. Sie hoffe, dass die Rückkehr Zelayas nicht zu einem Ausbruch der Gewalt führen werde.

Zelaya will, wie er erklärte, in Honduras einen Dialog über die Wiederherstellung der Demokratie beginnen. Vor der Vertretung Brasiliens kamen Tausende seiner Anhänger zusammen, um ihn zu unterstützen. Die Lehrergewerkschaften riefen zu einem landesweiten Streik auf. Die honduranische Interimsregierung forderte Brasilien auf, Zelaya auszuliefern. Micheletti versicherte am Montagabend im Fernsehen , Zelaya, dem unter anderem Verfassungsbruch vorgeworfen wird, werde ein fairer Prozess mit allen Rechten gemacht.

Micheletti sagte im Fernsehen , die Anwesenheit Zelayas im Land werde nichts daran ändern, dass die nächsten Präsidentenwahlen wie geplant am 29. November abgehalten würden. Es gebe nur zwei Möglichkeiten, weshalb Zelaya zurückgekehrt sei: Entweder er wolle sich freiwillig der Staatsanwaltschaft stellen, oder er habe vor, den Wahlprozess zu stören. “Die Lage in Honduras ist ruhig, es herrscht das Gesetz“, sagte Micheletti.

dpa

Auch interessant

Kommentare