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Den Handwerker von der Steuer absetzen? Die Koalition prüft eine Änderung dieser Möglichkeit.

Regierung erwägt neue Steuer-Regeln

Kürzt Koalition Handwerkerbonus?

Berlin/München – Die Bundesregierung prüft, ob künftig nur noch Handwerker-Rechnungen von mehr als 300 Euro von der Steuer absetzbar sein sollen. Aus Bayern kommt dazu Protest.

Die steuerliche Absetzbarkeit gilt derzeit vom ersten Euro an bis zu 1200 Euro pro Jahr und Haushalt. Das mit einer Kürzung eingesparte Geld könnte im Gegenzug für eine stärkere steuerliche Förderung der Gebäudesanierung eingesetzt werden, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. In Koalitionskreisen wurden entsprechende Überlegungen am Montag bestätigt.

Bund und Länder kostet der Handwerker-Bonus pro Jahr insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Ein Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, wenn die Regierung gegebenenfalls zu einer solchen Lösung greifen sollte, müssten auch die Länder mit ins Boot geholt werden. „Ohne eine Beteiligung der Länder an einem solchen Weg sehen wir hierfür keine Grundlage.“ Das Finanzministerium unterstütze aber ausdrücklich das Ziel, mit der Gebäudesanierung messbare Fortschritte beim Energiesparen zu machen. Die Bundesregierung will morgen ihr neues Klimaschutzpaket beschließen.

In Bayern formiert sich Widerstand. Ulrich Jens Christopher von den bayerischen Handwerkskammern sagte: „Das bayerische Handwerk spricht sich mit Nachdruck gegen eine Kürzung des Handwerkerbonus aus.“ Auch Georg Schlagbauer, Präsident des Bayerischen Handwerkstages, wehrt sich: „Der Handwerkerbonus ist ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung der Schwarzarbeit.“ Es könne nicht sein, dass das Handwerk für Finanzierungsprobleme bei der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung geradestehen soll. „Unsere Betriebe sind – zusammen mit den Verbrauchern – über die Energiekosten schon jetzt die Hauptzahler der Energiewende.“ Auch das bayerische Wirtschaftsministerium bekennt sich klar zur bisherigen Regelung, die ein hilfreiches Instrument zur Verhinderung von Schwarzarbeit sei. „Dies gilt gerade auch im Bereich von Rechnungen unter 300 Euro“, teilte eine Sprecherin mit.  

vh/dpa

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