Sozialisten befürchten Niederlage

Regionalwahlen in Frankreich haben begonnen

Paris - In Frankreich haben am Sonntag die landesweiten Départementswahlen begonnen, die als Test für die aktuellen politischen Kräfteverhältnisse im Land angesehen werden.

Nach jüngsten Umfragen könnte die rechtsextreme Front National (FN) von Parteichefin Marine Le Pen mit knapp 30 Prozent zur stärksten Kraft werden. Die in Paris regierenden Sozialisten müssen hingegen mit einer herben Niederlage rechnen.

Wegen des Wahlrechts in Frankreich haben die Rechtsextremen nach der zweiten Runde am Sonntag nächster Woche aber kaum eine Chance, die Mehrheit in einem der 101 Départements zu erringen. Höchstens ein bis zwei Départements könnten von der FN erobert werden, was für diese aber schon ein großer Erfolg wäre. Die Partei war bereits bei den Europawahlen im vergangenen Jahr zu stärksten Kraft in Frankreich geworden.

Den Sozialisten von Präsident François Hollande sagen die Meinungsforscher hingegen mit um die 20 Prozent eine schwere Schlappe voraus. Sie könnten am Ende 30 bis 40 ihrer derzeit 61 Départements verlieren. Dafür rechnet das konservativ-bürgerliche Lager in der Stichwahl mit einem landesweiten Siegeszug. Für die konservative Partei UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy werden zusammen mit dem Zentrum UDI in den Umfragen für den ersten Wahlgang ebenfalls bis zu 30 Prozent erwartet.

Im Wahlkampf hatte sich vor allem der sozialistische Premierminister Manuel Valls ins Zeug gelegt. Mit einer harschen Kampagne gegen die Rechtsextremen versuchte er, linke Wähler zu mobilisieren, die wegen ausbleibender Erfolge in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik teils enttäuscht sind. So hatte Valls davor gewarnt, dass die FN das Land "in den Ruin" treiben werde.

Die Wahlbeteiligung dürfte recht niedrig ausfallen, einer Ipsos-Umfrage vom Freitag zufolge wurde mit 46 Prozent gerechnet. Erste Ergebnisse werden am Sonntag nach Schließung der letzten Wahllokale um 20.00 Uhr erwartet.

AFP

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