Sportflugzeug und Rettungshubschrauber stoßen zusammen 

Sportflugzeug und Rettungshubschrauber stoßen zusammen 
+
Das Problem ist nicht die Zahl der weltweiten Flüchtlinge, sondern dass viele der reichsten Länder der Erde die wenigsten aufnehmen. Foto: Socrates Baltagiannis/Archiv

Amnesty International

Reiche Länder drücken sich um Verantwortung für Flüchtlinge

Die Mehrheit der weltweit 21 Millionen Flüchtlinge werden von zehn Staaten aufgenommen, die für gerade einmal 2,5 Prozent der weltweiten Wertschöpfung verantwortlich sind. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert deshalb einen weltweiten Verteilmechanismus.

London (dpa) - Reiche Länder entziehen sich nach Ansicht von Amnesty International bei der Bewältigung der globalen Flüchtlingskrise ihrer Verantwortung. Das geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation hervor.

Mehr als die Hälfte der weltweit 21 Millionen Flüchtlinge findet nach UN-Angaben Zuflucht in zehn Ländern, die gerade einmal für 2,5 Prozent der weltweiten Wertschöpfung verantwortlich seien.

Das Problem sei nicht die Zahl der weltweiten Flüchtlinge, sondern dass viele der reichsten Länder der Erde die wenigsten aufnähmen und das Geringste tun würden, sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty einer Mitteilung zufolge.

Jordanien hat mit 2,7 Millionen Menschen die meisten Flüchtlinge aufgenommen, gefolgt von der Türkei, Pakistan und dem Libanon. Viele der Migranten lebten dort unter prekären Bedingungen, hieß es in dem Bericht.

Kritik übt die Organisation an reichen Ländern wie Großbritannien. Das Königreich habe seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 weniger als 8000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Im viel kleineren und wirtschaftlich schwächeren Jordanien hätten dagegen mehr als 655 000 Flüchtlinge aus Syrien Zuflucht gefunden. 

Die Menschenrechtsorganisation fordert daher einen fairen Verteilmechanismus für akute Krisen wie in Syrien. Es sei eigentlich eine lösbare Aufgabe, für mehr Flüchtlinge ein Zuhause zu finden, "wenn jedes der wohlhabendesten Länder der Erde Flüchtlinge im Verhältnis zu seiner Größe, seinem Reichtum und der Arbeitslosenrate aufnehmen würde", sagte Shetty.

In den reichsten Ländern fehle es dafür aber an Kooperation und politischem Willen. Nur rund 30 Länder hätten weltweit ein Programm für die Aufnahme von Flüchtlingen. Würde sich diese Zahl auf 60 oder 90 Länder erhöhen, würde das die Flüchtlingskrise spürbar lindern, heißt es in dem Bericht.

Als positives Beispiel nennt Amnesty die Flüchtlingspolitik in Kanada. Das Land habe seit Ende vergangenen Jahres 30 000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Bis Ende August seien 18 000 weitere Asylanträge in Bearbeitung gewesen, vor allem im Libanon, Jordanien und der Türkei.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Grünen-Chefin Peter: Das war Merkels großer Flüchtlings-Fehler
Grünen-Chefin Simone Peter wird ihr Amt bald abgeben. Zuvor warnt sie jedoch vor einer Spaltung der Gesellschaft unter einer neuerlichen großen Koalition und wirft der …
Grünen-Chefin Peter: Das war Merkels großer Flüchtlings-Fehler
AfD übernimmt Vorsitz im Haushaltsausschuss des Bundestags
Nun ist es fix: Die AfD wird den Vorsitzenden im Haushaltsausschuss des Bundestags stellen. Das ist traditionell das Vorrecht der stärksten Oppositionspartei.
AfD übernimmt Vorsitz im Haushaltsausschuss des Bundestags
EU streicht Staaten von Schwarzer Liste der Steueroasen - auch Panama
Erst im Dezember hatte die EU eine Schwarze Liste der Steueroasen erstellt. Nun schrumpft die Liste schon wieder. Das sorgt für harsche Kritik.
EU streicht Staaten von Schwarzer Liste der Steueroasen - auch Panama
Kurden gegen Türken: Massenschlägerei am Flughafen Hannover
Die türkische Militäroffensive gegen Kurden in Syrien wirkt sich auch auf Deutschland aus. In mehreren Städten protestierten am Montag hunderte kurdische Demonstranten, …
Kurden gegen Türken: Massenschlägerei am Flughafen Hannover

Kommentare