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Das Reichstagsgebäude und der davor beleuchtete Weihnachtsbaum am Abend
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Blick auf den Reichstag im Dezember 2020

Reichstagsgebäude als politisches Zentrum

Reichstagsgebäude: Sitz des Bundestages mit langer Geschichte

Reichstagsgebäude und Regierungssitz in Berlin

  • Das Reichstagsgebäude wurde von 1884 bis 1894 erbaut
  • Baumeister des Reichstagsgebäudes ist Architekt Paul Wallot (*26. Juni 1841, †1912) gewesen
  • Seit 1999/2000 ist im Reichstagsgebäude wieder der offizielle Regierungssitz Deutschlands

Das Reichstagsgebäude in Berlin befindet sich seit über 130 Jahren im Berliner Stadtteil Tiergarten und ist heute nicht nur Regierungssitz, sondern auch ein beliebter Touristenmagnet. Die genaue Adresse des Bundestags ist Platz der Republik 1 in Berlin-Mitte. Allein im Jahr 2019 kamen über 8.000 Besucher täglich in das Reichstagsgebäude. Viele davon besuchen ausschließlich die imposante Kuppel, die täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet ist. Über eine Rampe von der Dachterrasse ist die Kuppel nach vorheriger Anmeldung für die Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, Führungen durch den Deutschen Bundestag zu buchen oder sich eine Plenarsaalsitzung anzuhören.

Hinzu kommen Führungen, die sich mit Kunst und Architektur oder der Parlamentsgeschichte beschäftigen. Aufgrund der starken Nachfrage und begrenzter Kapazitäten empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung. Für Gäste aus dem Ausland gibt es zudem Angebote einer Führung in englischer Sprache. Des Weiteren gibt es im Deutschen Bundestag stets wechselnde Kunstausstellungen, in denen Künstler ihre Werke präsentieren.

Reichstagsgebäude in Berlin Reichstagsbrand und Folgen

Am 28. Februar 1933 kam es zu einem Brand im Gebäude des Reichstages. Die wirklichen Hintergründe sind bis heute nicht geklärt. Fakt ist jedoch, dass der Brand auf Brandstiftung beruhte. Vor allem die damals aufstrebende NSDAP nutzte den Brand für ihre Zwecke und somit wurde der Weg für eine nationalsozialistische Diktatur in die Wege geleitet. Am 28. Februar unmittelbar nach den Ereignissen kam es zum Erlass der „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“.

Reichstagsgebäude, Kommunist Marinus Lubbe wird für den Brand verantwortlich gemacht

Die Verordnung ermöglichte eine Art „Ausnahmezustand“ und auch gegen Oppositionelle wurde mit aller Härte vorgegangen. Kurz nach dem Brand wurden vor allem Kommunisten und Abgeordnete der KPD sowie Sozialdemokraten und linke Intellektuelle von der Polizei und Sturmabteilung der NDSDAP festgenommen und verhaftet. Aufgrund Überfüllung der Gefängnisse wurden von der Sturmabteilung provisorische Konzentrationslager errichtet. Angeklagt und für den Brand verantwortlich gemacht wurde der niederländische Kommunist Marinus von der Lubbe (*13. Januar 1909, †1934). Obwohl die Tat nie aufgeklärt werden konnte, kam es am 23. Dezember 1934 zur Verurteilung und Anwendung der Todesstrafe.

Reichstagsgebäude Stürmung und Ende des Nationalsozialismus

Im Mai 1945 kam es zum Ende des Zweiten Weltkrieges zu heftigen Kämpfen in Berlin. Nach heftigen Gefechten wurde das Gebäude von sowjetischen Soldaten getürmt und eingenommen. Schließlich wurde die Sowjetfahne über dem Reichstag gehisst. Der sowjetische Fotograf Jewgeni Chaldej (*23 März 1917, †1997) hielt diese Szene mit seiner Kamera fest. Das geschossene Foto symbolisiert das Ende des Zweiten Weltkriegs und ist eines der wichtigen Bilddokumente der Zeitgeschichte.

Reichstagsgebäude in Berlin interessante Fakten

  • Die Grundfläche des gesamten Gebäudes beträgt mehr als 13.000 Quadratmeter
  • Im Plenarsaal des Bundestages finden derzeit 709 Abgeordnete Platz
  • Das Reichstagsgebäude umfasst drei Türme, die stets mit Bundesflagge und Europaflagge beflaggt werden
  • Die nachträglich angelegte Kuppel aus Glas mit einer Höhe von 23,5 Metern ist bei Touristen besonders beliebt
  • Zwei gegenläufige Rampen in der Kuppel führen zur Aussichtsplattform.
  • Die Aussichtsplattform oberhalb der Glaskuppel misst über 200 Quadratmeter
  • Östlich der Kuppel befindet sich das Dachgartenrestaurant

Reichstagsgebäude in der Nachkriegszeit und während der Teilung Deutschlands

Durch die zahlreichen Bombenangriffe der Alliierten Ende des Zweiten Weltkrieges waren große Teile der Berliner Stadtfläche komplett zerstör. Auch die Kuppel des Reichstages wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen, sodass schließlich die kontrollierte Sprengung der Kuppel notwendig wurde. Auch die weiteren Teile des Gebäudes waren stark beschädigt, sodass provisorische Sicherungen vorgenommen wurden, um keine Passanten zu gefährden. Im Jahr 1955 wurde schließlich der Wiederaufbau des Reichstages beschlossen.

Im Jahr 1971 wurde schließlich der Entschluss gefasst, dass im Reichstagsgebäude aufgrund der bewegten Vergangenheit keinerlei Plenarsaalsitzungen mehr abgehalten werden sollten. Zu der Zeit befand sich in dem wiederhergerichteten Gebäude ein britisches Museum, dass Besucher über die Berliner Geschichte aufklärte und informierte. Der Reichstag lag zu dieser Zeit zudem unmittelbar an der innerdeutschen Grenze in Sichtweite der Berliner Mauer.

Reichstagsgebäude in Berlin nach der Wiedervereinigung

Direkt nach der offiziellen Wiedervereinigung Deutschlands gab es bereits am 4. Oktober die erste deutsche Bundestagssitzung, die wieder im Reichstagsgebäude abgehalten wurde. Einige Monate später wurde zudem mit knapper Mehrheit im sogenannten Hauptstadtbeschluss beschlossen, den Regierungssitz im Zuge der Wiedervereinigung zurück nach Berlin zu verlegen. Viele Jahre davor befand sich das Parlament der Bundesrepublik Deutschland im sogenannten Bundeshaus in Bonn.

Dort fanden von 1949 bis 1999/2000 alle Plenarsaalsitzungen des Deutschen Bundestages statt. Die letzte Sitzung des Deutschen Bundestages in Bonn fand am 1. Juli 1999 statt. Bis heute haben jedoch einige Ministerien immer noch ihren ersten Dienstsitz in Bonn. Dazu zählen unter anderem das Bundesministerium für Gesundheit, sowie die Ministerien Umwelt und Verteidigung.

Reichstagsgebäude in Berlin 2000 bis heute

Heute bietet das Reichstagsgebäude über 11.000 Meter Nutzfläche, die intensiv für den reibungslosen Ablauf der Bundespolitik genutzt werden. Neben dem großzügig gestalteten Plenarsaal sind im Gebäude auf der Präsidialebene im zweiten Obergeschoss Büros und Empfangsräume des Bundespräsidenten vorhanden. Zudem gibt es einen Sitzungssaal für den Ältestenrat und auch für die Personen des parlamentarischen Betriebs sind zahlreiche Räumlichkeiten nutzbar. Darüber hinaus sind im dritten Obergeschoss des Gebäudes die Büros und Sitzungssäle der Fraktionen angesiedelt.

Dort gibt es oftmals während der Sitzungswochen Statements der Abgeordneten vor den anwesenden Journalisten. Mittelpunkt des Reichstagsgebäudes ist jedoch das Plenum, dass sich demzufolge auch in der Mitte des Gebäudes befindet. Hier schlägt das Herz der Demokratie und Entscheidungen werden innerhalb von Debatten für die Öffentlichkeit sichtbar. Im Plenarsaal finden auch die Wahlen der Bundesversammlung statt. Diese kommt alle fünf Jahre zur Bundespräsidentenwahl zusammen. Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden hingegen alle vier Jahre direkt vom Volk gewählt.

Reichstagsgebäude Architektur und Besonderheiten

Das Reichstagsgebäude verbindet historisches mit modernen und steht heute jedoch für Fortschritt und Weltoffenheit. Besonders imposant ist die Dachterrasse, von dort aus kann die markante Glaskuppel besucht werden. Ein trichterförmiges Lichtlenkelement, ein sogenannter Konus, sorgt dafür, dass gedimmtes Tageslicht in den circa zehn Meter tiefer liegenden Plenarsaal geführt wird. Die Umlenkung des Lichtes erfolgt über 30 Spiegelreihen mit jeweils 12 Spiegeln. Somit reflektieren insgesamt über 360 Einzelspiegel das Sonnenlicht. Bei zu starker Sonneneinstrahlung ist es möglich, die der Sonnenseite zugewandten Spiegel mit der Hilfe eines Sonnenschutzelementes abzudunkeln.

Reichstagsgebäude und Wirken von Norman Foster

Konstruiert wurde die markante Glaskuppel des Reichstagsgebäudes vom Architekten Norman Foster (*1. Juni 1935), der mit Ingenieuren eine Konstruktion aus Stahl und Glas entwarf. Die Kuppel des Reichstags besteht aus über 24 Hauptstahlrippen, die auf einem Ringträger auflagern und nach unten fassen. In der Kuppel wurden zudem über 3.000 Quadratmeter Glasfläche verarbeitet. Der Durchmesser der Kuppel beträgt 40 Meter. Oberhalb der Kuppel befindet sich in 40,7 Meter Höhe eine Aussichtsplattform, die besonders bei Touristen beliebt ist.

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