+

Rententopf bald wieder leer?

Rekord: Rentenrücklage bei 33 Milliarden

Berlin - Die Deutsche Rentenversicherung sitzt auf dem dicksten Finanzpolster ihrer Geschichte. Das wird sich aber in spätestens fünf Jahren ändern.

Bei der Rentenversicherung klettern die Rücklagen auf immer neue Rekordhöhen. Mit 32,85 Milliarden Euro erreichte die „eiserne Reserve“ der Rentenkasse Ende Mai den höchsten Stand der Nachkriegszeit. Niemals zuvor war die Reserve höher dotiert. Das geht aus Zahlen des für die Aufsicht der Rentenkasse zuständigen Bundesversicherungsamtes in Bonn hervor. Die positive Entwicklung dürfte aber schon bald zu Ende sein.

Denn die Riesensumme von knapp 33 Milliarden Euro relativiert sich, wenn man weiß, dass damit gerade mal knapp 1,8 Monatsausgaben der Rentenversicherung abgedeckt sind. Die Nachhaltigkeitsrücklage soll dazu dienen, Schwankungen bei den Beitragseinnahmen auszugleichen. Ende Mai 2013 befanden sich in der Rücklage 27,95 Milliarden Euro, entsprechend 1,57 Monatsausgaben. Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung (Donnerstag) über den Rekordstand berichtet.

Eine Trendumkehr ist absehbar, wenn Anfang Juli das große Rentenpaket der schwarz-roten Koalition in Kraft tritt. Die verbesserte Mütterrente und die abschlagsfreie Rente ab 63 für langjährig Versicherte schlagen noch dieses Jahr mit etwa 4,5 Milliarden Euro zu Buche, danach mit 9 bis 11 Milliarden Euro jährlich. Spätestens 2019 ist die Rücklage aufgebraucht, dann muss der Rentenbeitragssatz von derzeit 18,9 auf voraussichtlich 19,7 Prozent angehoben werden.

Dass die Rücklage weiter angestiegen ist, überrascht nicht, weil die zu Jahresbeginn eigentlich anstehende Beitragssatzsenkung von 18,9 auf 18,3 Prozent ausfiel. Die vom Bundestag mit der Mehrheit von Union und SPD beschlossene Gesetzesänderung erspart der Rentenkasse Mindereinnahmen von etwa 6 Milliarden Euro pro Jahr. Positiv wirkt sich für sie auch die anhaltend gute Beschäftigungssituation aus.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Union diskutiert über ihr Profil
CSU-Politiker vor allem hätten es gern deutlich konservativer. CDU-Vertreter suchen den Erfolg in der Mitte. Aber bitte jünger und neuer solle die Partei werden. …
Union diskutiert über ihr Profil
Merkel: Deutsche Afrika-Politik muss sich verändern
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält eine Weiterentwicklung der deutschen Afrika-Politik für erforderlich. Die Entwicklungspolitik müsse sich …
Merkel: Deutsche Afrika-Politik muss sich verändern
Trumps Ex-Berater soll europäische Politiker bezahlt haben
Trumps früherer Wahlkampfchef Manafort gerät immer stärker unter Druck. Sonderermittler Mueller weitete seine Anklagen gegen ihn aus - und im anstehenden Verfahren …
Trumps Ex-Berater soll europäische Politiker bezahlt haben
Vor dem Parteitag: Darüber diskutiert die CDU
Vor dem Parteitag der CDU am Montag dreht sich die Diskussion um Personal und Programm weiter.
Vor dem Parteitag: Darüber diskutiert die CDU

Kommentare