1860 trauert um „Atom-Otto“

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Selbstmordattentat in Kundus. Insgesamt kamen in Afghanistan in den letzten sechs Jahren 17 774 Zivilisten ums Leben. Foto: Jawed Karger

Rekordstand bei zivilen Opfer im Afghanistan-Krieg

Kabul (dpa) - Der Afghanistan-Krieg hat im letzten Jahr des internationalen Kampfeinsatzes mehr zivile Opfer gefordert als jemals zuvor seit Beginn der systematischen UN-Erhebung 2009. Im Jahr 2014 seien 3699 Zivilisten getötet und 6849 weitere verwundet worden, teilte die UN-Mission in Kabul mit.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum habe die Zahl der Toten damit um ein Viertel zugenommen, die der Verwundeten um ein Fünftel (21 Prozent). Der Anstieg sei besonders auf zunehmende Bodengefechte zurückzuführen, die mit 34 Prozent erstmals die meisten der zivilen Opfer forderten. In den vergangenen Jahren waren die meisten Opfer auf Sprengstoffanschläge zurückzuführen gewesen.

Der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Nicholas Haysom, nannte das Gewaltniveau im vergangenen Jahr "entsetzlich". Unama macht in ihrem Jahresbericht zum Schutz von Zivilisten in Afghanistan regierungsfeindliche Kräfte wie die Taliban für 72 Prozent der 2014 getöteten oder verwundeten Unbeteiligten verantwortlich.

Zwölf Prozent gingen demnach auf das Konto der afghanischen Sicherheitskräfte, weitere zwei Prozent auf das der internationalen Truppen, deren Kampfeinsatz zum Jahreswechsel auslief. Die verbliebenen Opfer konnten keiner Konfliktpartei zugeordnet werden.

Seit Beginn der systematischen Erhebung vor sechs Jahren registrierten die Vereinten Nationen 17 774 getötete Zivilisten in Afghanistan. 29 971 Zivilisten wurden demnach verwundet.

Das Verteidigungsministerium in Kabul teilte am Mittwoch mit, afghanische Sicherheitskräfte hätten im umkämpften Süden des Landes eine Offensive gegen die Taliban begonnen. Seit Beginn der Operation am Montag seien 45 Aufständische getötet worden.

Angaben zu eigenen Verlusten machte das Ministerium nicht. Es ist die erste Offensive seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes, der zu Jahresbeginn von einer kleineren Mission zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte abgelöst wurde. Im April beginn die Taliban traditionell ihre Frühjahrsoffensive.

Unama-Jahresbericht (Englisch/PDF)

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