Merkur-Redakteur Sebastian Horsch. 

Kommentar

Rentenkonzept von Schulz: Und was kommt nach 2030?

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Man kann es gut finden, dass die SPD das Rentenniveau stabil halten will. Man muss sich aber bewusst sein, dass die Mehrausgaben die Arbeitnehmer bezahlen werden. Merkur-Redakteur Sebastian Horsch kommentiert die Rentenpläne.

Als Andrea Nahles im November 2016 ihr Rentenkonzept präsentierte, sagte die SPD-Sozialministerin, was es kosten würde – auch langfristig. Das tut Wahlkämpfer Martin Schulz nicht. Der Kanzlerkandidat schreibt seinen Namen auf Nahles‘ Konzept, aber lässt das Preisschild weg – zumindest den Teil, auf dem die Belastung der Beitrags- und Steuerzahler nach 2030 steht.

Was bekannt ist: 18,4 Milliarden soll die SPD-Reform 2028 zusätzlich kosten. Bis 2030 soll diese Zahl auf 19,2 Milliarden steigen. Jährlich, wohlgemerkt. Immerhin soll der Beitragssatz dank fetter Zuschüsse aus Steuergeld bis dahin nicht über 22 Prozent ansteigen. Doch was ist danach? Noch im November hatte Nahles für die Umsetzung ihres Konzepts einen Anstieg des Beitragssatzes auf bis zu 25 Prozent im Jahr 2045 prophezeit. Doch von ihren eigenen Prognosen von damals will die Wahlkampf-SPD von heute offenbar nichts mehr wissen – die neuen Berechnungen enden mit dem Jahr 2030.

Keine Frage, man kann es gut finden, dass die SPD das Rentenniveau stabil halten will, ohne die Lebensarbeitszeit zu erhöhen, und auch noch eine Solidarrente obendrauf legt. Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass diesen Plan am Ende die Arbeitnehmer bezahlen – sei es nun über ihre Rentenbeiträge oder über ihre Steuern. Und dafür, dass sie ihren möglichen Wählern erstmal verschweigt, wie sie sie dabei langfristig belasten will, hat die SPD möglicherweise gute Gründe.

hor

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