Zwischen 2000 und 2007 wurden in Russland rund 21 Journalisten getötet. 

348 Journalisten derzeit in Haft

Reporter ohne Grenzen prangert an: „Hexenjagd gegen Journalisten“

Paris - Wegen der Verhaftungswelle nach dem Putschversuch in der Türkei ist die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten in diesem Jahr angestiegen. Der Jahresüberblick.

Derzeit säßen weltweit mindestens 348 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit im Gefängnis, erklärte die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen am Dienstag in ihrem Jahresbericht. Das sei ein Anstieg von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Allein in der Türkei säßen mehr als hundert Journalisten in Haft. Bei 41 von ihnen sei ein Zusammenhang zwischen ihrer Verhaftung und ihrer Tätigkeit "eindeutig". In Dutzenden weiteren Fällen sei ein solcher Zusammenhang "nicht auszuschließen".

In China sind nach den Zahlen von Reporter ohne Grenzen 103 Journalisten inhaftiert, darunter viele Blogger und Bürgerjournalisten. In Syrien sind es 28, in Ägypten 27 und im Iran 24.

"Die Hexenjagd gegen Journalisten in der Türkei sprengt alle bekannten Dimensionen", erklärte die Vorstandssprecherin der Organisation, Britta Hilpert. "Dass (sich) die Türkei, die ja immer noch EU-Beitrittskandidat ist, in einer Reihe mit notorischen Feinden der Pressefreiheit wie den Regimen in China, Syrien und dem Iran findet, ist bezeichnend für das drastische Vorgehen der türkischen Behörden gegen die Pressefreiheit."

Weltweit sind derzeit laut Reporter ohne Grenzen 52 Medienschaffende entführt - alle in Syrien, im Jemen oder im Irak. 21 der Entführten befänden sich in der Gewalt der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Zahlen zu 2016 getöteten Journalisten veröffentlicht Reporter ohne Grenzen am kommenden Montag.

AFP

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