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Angela Merkel am Wochenende in München.

Kommentar

Retterin der freien Welt: Aber Merkel ist ein sinkender Stern

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Die Rede ihres Lebens? Angela Merkel wird nach der Münchner Sicherheitskonferenz reihum gelobt - nicht zu unrecht. Doch es gibt ein Problem.

München - Angela Merkel hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz ein Comeback gefeiert. Nicht nur als Gast – vergangenes Jahr hatte sie ja ausgesetzt –, sondern auch als Retterin der freien Welt. Das lässt sich jedenfalls aus den vielen positiven Reaktionen auf ihre Rede ablesen und es stimmt ja auch: Was sie sagte, war klar, kämpferisch, hier und da angenehm undiplomatisch. Manche sind der Meinung, es sei die Rede ihres Lebens gewesen. Nun ja.

Hype um Merkel zeigt Verunsicherung der westlichen Partner

Trotzdem erzählt der kleine Hype vor allem etwas über die Verunsicherung innerhalb des westlichen Bündnisses, die auf der Siko die Stimmung bestimmte. Ohne Emmanuel Macron – man muss fast sagen: ohne Frankreich, das auf der Siko nicht in Erscheinung trat –, blieb nur noch die Kanzlerin als Projektionsfläche für all jene, die sich nach einer liberalen Führungsfigur sehnen.

Das bornierte Auftreten des US-Vizepräsidenten Mike Pence, der Europa mehr oder weniger zu blinder Gefolgschaft aufforderte, wirkte da wie ein Katalysator. Tenor: Endlich zeigt die Kanzlerin es diesen Populisten in Washington.

MARCUS MÄCKLER.

Das Problem: Merkel ist ein sinkender Stern

Aber Merkel ist ein sinkender Stern, ihre Amtszeit geht dem Ende zu. Dass sich außer ihr auf dieser Konferenz niemand aus Europa zu ähnlicher Klarheit bereitfand, ist also ein Krisensymptom. Jetzt rächt sich, dass Merkel eine große Chance vergab, als sie Macrons Europapläne ignorierte. Womöglich hat sie das in all dem Jubel um ihren einsamen Auftritt besonders schmerzlich gespürt.

Lesen Sie auch: Gabriel: „Merkels großer strategischer Fehler“ oder Trumps Revanche für München oder Aus dem Brexit nichts gelernt

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