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„Gelogen“ oder „todeslost inkompetent“: Rezo feuert in „Zerstörungsvideo“ gegen Laschet und Scheuer

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Von: Cindy Boden

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Youtube Rezo in seinem Video „Zerstörung Teil 1: Inkompetenz“
Youtube Rezo in seinem Video „Zerstörung Teil 1: Inkompetenz“ © Screenshot: Youtube/Renzo

Rezo sorgte schon einmal in der Union für einen bitteren Wahlausgang. Kurz vor der Bundestagswahl versucht er es mit einem neuen Video. Nicht nur Laschet kommt schlecht weg.

Berlin - „Irgendwo im CDU-Hauptquartier weint mal wieder ein PR-Praktikant“, schreibt ein User unter das neue Video von Rezo auf Youtube. Denn der Youtuber meldete wieder mit einem politischen Video zu Wort. Mitten im Bundestagswahlkampf - und genau an dem Tag, an dem CDU und CSU ihre heiße Wahlkampfphase einläuteten - kritisiert Rezo in dem knapp halbstündigen Video einmal mehr vor allem Politiker der Union. Mit seinem Video von 2019, das den Titel trug „Die Zerstörung der CDU“ sorgte er für ordentlich Wirbel - damals kurz vor der Europawahl.

Sein Hauptvorwurf nun etwa an Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU), Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) sind Inkompetenz, krasses Versagen und das Verbreiten von Unwahrheiten. Aber auch die Grünen müssen einstecken. Der Titel des neues Videos lehnt sich an den von vor zwei Jahren: „Zerstörung Teil 1: Inkompetenz“. Die konkreten Beispiele, an denen Rezo sich darin abarbeitet, sind im Wesentlichen bereits bekannt. Zusätzlich zum Video stellt er ein Dokument mit zahlreichen Quellennachweisen bereit.

Rezo wirft Laschet und Co. Inkompetenz vor - Mehrere Ereignisse aus dem Wahlkampf aufgegriffen

CDU-Chef Laschet wirft er den Lacher am Rande des Auftritts von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in den Hochwassergebieten vor („inakzeptabel“). Zudem brandmarkt er, dass das Social-Media-Team der von Armin Laschet geführten nordrhein-westfälischen Landesregierung Bilder von dessen Besuch in den betroffenen Gemeinden verbreitet habe, während der Ministerpräsident selbst gesagt habe, er wolle damit keine Bilder produzieren. Am härtesten greift er den Kanzlerkandidaten an, weil dieser im ARD-Sommerinterview gesagt hatte, im Wahlprogramm stehe keine einzige Steuerentlastung, außer es sei später für kleine und mittlere Einkommen finanzierbar - obwohl es darin heißt, dass Unternehmen von Steuern und Bürokratie entlastet werden sollen. Laschet habe also entweder „gelogen“ oder sei „todeslost inkompetent“, was so viel heißt wie: unrettbar unfähig.

Daneben kritisiert Rezo Scheuer wegen der Milliardenkosten für die gescheiterte Pkw-Maut („offensichtliche Verschwendung von Hunderten Millionen Euro“) und Klöckner etwa, weil sie sich werbend über den Lebensmittelkonzern Nestlé und die nach dessen Angaben zuckerreduzierten Produkte geäußert hatte („unfassbar inkompetent und unprofessionell“).

Die Grünen bekommen ebenfalls ihr Fett ab, weil ein Kreisverband sich über die Männerlastigkeit der Union mokiert und das mit einem Damenfoto von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und weiteren Frauen illustriert hatte - auf dem die Männer am Rande aber weggeschnitten waren. Für Rezo ist das ein „unnötiger Move“ und „verkrampft“. (Wird das Kanzler-Rennen noch mal spannend? In unserem neuen Politik-Newsletter gibt es stets alle Neuigkeiten zur Bundestagswahl.)

Fortsetzung folgt: Rezo plant weiteres Video - Vorschläge in den Kommentaren

Wie der Titel verrät, ist das nur Teil eins, eine Fortsetzung soll folgen. Unter dem Video verbreiten Nutzer sogar schon Vorschläge. Darunter etwa der Cum-Ex-Skandal, in dem unter anderem SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz nicht gut aussah, die Politik rund um Afghanistan und Corona oder der Umgang mit dem Pflegenotstand. Ansonsten bekommt er unter dem Video viel Lob für seine Arbeit.

Auch auf Twitter trendet der #Rezo am Samstagabend und Sonntagvormittag - er bekommt viel Zuspruch für die präsentierten Inhalte. Ein Nutzer greift auch auf: „Er hat es wieder getan, tja Armin, du hättest auch einfach zu Rezo und Tilo Jung hingehen können. Jetzt wirst du leider wieder zerstört.“ Damit meint er die Absage von Laschet für ein Triell mit seinen Herausforderungen Scholz und Baerbock bei dem Youtuber und Journalist Tilo Jung. Auch jemand anderes witzelt schon: „Ich glaube das Konrad-Adenauer-Haus hat einen extra Notruf für Rezo-Videos.“ Zunächst gab es keine Reaktion aus der Unionsspitze zu dem Video. (cibo mit Material von dpa)

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