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Wegen des Medienandrangs verzögert sich der Beginn des Prozesses gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk um unbestimmte Zeit.

Riesiger Medienandrang bei Demjanjuk-Prozess

München - Der Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk in München stößt auf ein riesiges Medieninteresse. Bereits vor Prozessbeginn warteten Dutzende Journalisten vor dem Gerichtsgebäude.

Im Gericht gibt es lediglich 68 Plätze für Berichterstatter, mehr als 200 Medienvertreter aus aller Welt haben sich jedoch akkreditiert. Zahlreiche Journalisten protestierten gegen die Umstände der Berichterstattung bei dem vermutlich letzten großen NS-Prozess.

Der 89-jährige gebürtige Ukrainer Demjanjuk muss sich wegen Beihilfe zum Mord an 27 900 Menschen - zum großen Teil Juden aus den Niederlanden - verantworten. Er soll 1943 als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor bei der Ermordung der Opfer in den Gaskammern geholfen haben. Hauptbeweismittel der Ankläger ist ein SS- Dienstausweis mit der Nummer 1393.

Da Demjanjuk zu den Vorwürfen schweigt, wird ein langwieriger Indizienprozess erwartet. Die Ärzte haben festgelegt, dass wegen der angeschlagenen Gesundheit des Angeklagten pro Verhandlungstag nicht länger als zweimal 90 Minuten verhandelt werden darf. Weil Demjanjuk kaum Deutsch spricht, muss die Verhandlung übersetzt werden. Am ersten Verhandlungstag sollen zwei medizinische Gutachter sowie eine psychiatrische Gutachterin aussagen.

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