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Dramatiker Rolf Hochhuth (81)

Rolf Hochhuth: Austritt aus Akademie der Künste

Berlin - Rolf Hochhuth (81) will nicht mehr Mitglied der Berliner Akademie der Künste sein. Grund sei die Diskussion über das umstrittene israelkritische Gedicht von Günter Grass.

Das teilte der Dramatiker am Sonntag in einer Erklärung („Ich weigere mich, zwischen Antisemiten zu sitzen“) mit. Hochhuth hatte nach eigenen Angaben verhindern wollen, dass die Diskussion, die seiner Meinung nach einseitig verlief, in der Vollversammlung der Akademie überhaupt stattfindet. Er habe befürchtet, „diese Diskussion verlaufe einseitig zugunsten des Irans und der Palästinenser auf Kosten Israels“, heißt es in der Erklärung.

Er habe unter anderem in Frage gestellt, dass die Akademie den Text von Grass überhaupt diskutiere. Einen Text, so schreibt Hochhuth, den „sehr gern - der 1946 in Nürnberg gehängte - Julius Streicher in seinem "Stürmer" gedruckt hätte“. Er sei aber bei seinen Fragen ständig unterbrochen worden. Er sei daher „die Türe schlagend“ hinausgegangen.

Grass erntete für sein Israel-Gedicht "Was gesagt werden muss" scharfe Kritik aus dem In- und Ausland - auch von Schriftstellerkollegen. Israel erteilte ihm Einreiseverbot.

Hochhuth, der das Drama „Der Stellvertreter“ über den Vatikan in der NS-Zeit verfasst hat, hatte Grass deshalb bereits kürzlich angegriffen: „Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist: der SS-Mann, der das 60 Jahre verschwiegen hat, aber den Bundeskanzler Kohl anpöbelte, weil der Hand in Hand mit einem amerikanischen Präsidenten einen Soldatenfriedhof besuchte, auf dem auch 40 SS-Gefallene liegen“, schrieb er in einem offenen Brief.

dpa

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