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Die Ermittler werfen Sarkozy Korruption und unerlaubte Einflussnahme vor. Foto: Eian Langsdon/Archiv

Rückschlag für Sarkozy in Korruptionsaffäre

Viel deutet darauf hin, dass Nicolas Sarkozy 2017 erneut als Präsident kandidieren will. Eine Belastung für sein Comeback ist ein laufendes Korruptionsverfahren - nun platzt die Hoffnung, die Vorwürfe schnell beerdigen zu können.

Paris (dpa) - Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat in einem Verfahren wegen Korruptionsverdachts eine Schlappe einstecken müssen, die seine politische Rückkehr belasten könnte.

Ein Pariser Gericht wies Einwände gegen die Verwendung abgehörter Telefongespräche Sarkozys mit seinem Anwalt Thierry Herzog zurück, wie der Verteidiger Paul-Albert Iweins sagte.

Sarkozy soll versucht haben, einen hochrangigen Staatsanwalt zu beeinflussen. Der konservative UMP-Politiker streitet alle Vorwürfe ab.

Dem 60-Jährigen werden Ambitionen auf eine erneute Kandidatur zum Staatschef nachgesagt. Er hatte die Wahl 2012 gegen den sozialistischen jetzigen Präsidenten François Hollande verloren. Seit November ist Sarkozy wieder Parteichef der UMP.

Die Ermittler werfen ihm Korruption und unerlaubte Einflussnahme vor. Sarkozy soll einem Staatsanwalt Unterstützung bei der Bewerbung um einen Beraterposten im Fürstentum Monaco angeboten haben, um im Gegenzug an Informationen über ein weiteres Verfahren zu kommen. Er war deshalb im vergangenen Juli als erster Ex-Präsident des Landes in Polizeigewahrsam genommen worden. Der Konservative selbst sprach damals von einer "politischen Instrumentalisierung" der Justiz.

Die Vorwürfe beruhen auf den Ergebnissen der monatelangen Abhöraktion. Die Verteidiger halten sie für illegal und hatten gehofft, dadurch das ganze Verfahren zu Fall zu bringen. Iweins, der Sarkozys Anwalt Herzog vertritt, kündigte am Donnerstag Revision gegen den Beschluss des Gerichts an.

Die UMP will sich Ende Mai neu aufstellen und den Namen wechseln, sie soll künftig "Die Republikaner" heißen. Der Kandidat für die Präsidentenwahl im Jahr 2017 soll in einer parteiinternen Vorwahl gekürt werden.

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