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Personalunion: Frank-Jürgen Weise ist Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA).

BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise gibt zu

Rückstau bei Asylanträgen ist im Dezember weiter gestiegen

Nürnberg - Die Behörden kommen nicht hinterher: Der Flüchtlingszustrom im letzten Quartal 2015 hat den Berg unbearbeiteter Asylanträge weiter wachsen lassen.

Zwar arbeiteten die Asyl-Entscheider effektiver als noch vor ein paar Monaten. „Durch den hohen Zugang im letzten Jahr ist der Rückstand aber noch mal leicht gestiegen“, so der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise. Zahlen nannte er nicht. Bis November hatten sich im vergangenen Jahr mehr als 350.000 unentschiedene Anträge aufgestaut.

Mehr Asylentscheider eingestellt

Bei der Einstellung zusätzlicher Asylentscheider kommt das Bundesamt dagegen gut voran. „Wir haben viele Einstellungszusagen, wir werden also die 4000 Beschäftigten im besten Fall bis Mitte des Jahres qualifiziert im Einsatz haben." Ziel bleibe es, den Antragsstau in diesem Jahr abzubauen. Das sei eine große Herausforderung, räumte Weise ein. „Denn da liegen Akten an verschiedenen Stellen, die jetzt alle noch mal angesehen werden müssen." Auch müssten die Betroffenen alle noch mal befragt werden.

Einzelfallprüfung bindet Personal

Die Rückkehr der Bundesregierung zur Einzelfallprüfungim Fall von Syrern bedeutet nach Weises Angaben, dass künftig pro Fall mehr Zeit aufgewandt werden muss. Damit werde zwangsläufig mehr Personal gebunden. Weise zeigte sich dennoch zuversichtlich, die zusätzlichen Aufgaben mit der bereits aufgestockten Belegschaft zu bewältigen.

Das Bundesamt war wegen des starken Flüchtlingszustroms 2015 um rund 1000 Mitarbeiter aufgestockt worden. Im Laufe des Jahres 2016 sollen weitere 4000 Asylentscheider und Sekretariatsmitarbeiter dazu kommen. Die Belegschaft würde damit auf mehr als 7000 anwachsen.

Weise rechnet mit 130.000 arbeitslosen Flüchtlingen

Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird sich laut Weise erst im zweiten Halbjahr 2016 auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen. In der ersten Jahreshälfte sei noch mit keinem nennenswerten Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen Im Jahresschnitt gehe er von zusätzlich 130.000 arbeitslosen Flüchtlingen aus.

Wann genau die Flüchtlinge vermehrt auf die Jobcenter zukommen werden, hänge von zahlreichen Unabwägbarkeiten ab, sagte der BAMF-Chef. So sei unklar, wie viele Flüchtlinge in den kommenden Monaten zu erwarten seien.

dpa

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