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Horst Seehofer machte es spannend im Asylstreit der Union.

Dramatische Wende am Abend

Rücktritt vom Rücktritt: Horst Seehofer ist nicht der erste Politiker, der das bringt

Erst den Rücktritt ankündigen, dann aber doch davon absehen - Horst Seehofer ist nicht der erste, der trotz gegenteiliger Ankündigung seinem Posten treu bleibt. 

Der erbitterte Asylstreit der Union hat doch noch in einer Einigung zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer geendet (lesen Sie alles dazu in unserem Nachrichten-Ticker zum Asylstreit). Doch davor gab es dramatische Stunden, in denen Seehofer unter anderem seinen Rücktritt von allen Ämtern verkündete. Rund 20 Stunden später kam dann aber die Wende: Seehofer will Innenminister bleiben. Er ist nicht der erste Politiker, der mit Rücktrittsankündugungen am Ende nicht ernst machte.

Auch interessant: Rücktritt, Vorwürfe und Gegner im Nacken: Warum für Seehofer der Asyl-Streit wohl nicht vorbei ist

KONRAD ADENAUER: Am 8. April 1959 verkündet der erste Bundeskanzler, sein Amt aufzugeben und Nachfolger von Bundespräsident Theodor Heuss zu werden. Der CDU-Politiker will als Staatsoberhaupt weiter Einfluss auf die Tagespolitik haben. Doch das ist laut Grundgesetz unmöglich - am 5. Juni zieht der 83-Jährige seine Kandidatur zurück.

DIETER ALTHAUS: Nach dem Fiasko seiner CDU bei der Landtagswahl gibt der thüringische Ministerpräsident im September 2009 fluchtartig seinen Rücktritt bekannt - nur um wenige Tage später doch wieder die Amtsgeschäfte zu übernehmen. Er führt sie dann bis zur Berufung einer neuen Regierung - und begründet das mit der Landesverfassung.

OSKAR LAFONTAINE: Nur wenige Wochen nach dem Triumph der Linken bei der Bundestagswahl 2009 erklärt er seinen Rückzug vom Fraktions-, dann auch vom Parteivorsitz. Grund ist eine Krebsoperation. Nach dem NRW-Wahldesaster im folgenden Mai will er an die Spitze der Partei zurückkehren - unterliegt aber im internen Machtkampf.

HORST SEEHOFER: Der bayerische Ministerpräsident kündigt im Oktober 2012 an, sich 2018 aus der Spitzenpolitik zu verabschieden. Sein Nachfolger als Regierungschef und CSU-Vorsitzender solle dann als Spitzenkandidat in die Landtagswahl ziehen. Zwei Jahre später schließt Seehofer wiederum nicht aus, 2018 erneut als CSU-Kandidat anzutreten. Nach dem CSU-Debakel bei der Bundestagswahl 2017 muss er aber die Regierungsgeschäfte in München an Markus Söder abgeben.

BOHUSLAV SOBOTKA: Der tschechische Ministerpräsident verkündet Anfang Mai 2017 den Rückzug seiner Regierung. Hintergrund sind Vorwürfe des Steuerbetrugs gegen Finanzminister Andrej Babis, den Vorsitzenden des Koalitionspartners ANO. Präsident Milos Zeman, ein Babis-Verbündeter, deutet aber an, nur den Regierungschef austauschen zu wollen. Daher zieht Sobotka seine Entscheidung nach nur drei Tagen zurück.

dpa

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