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Nach einem Vierteljahrhundert in der ersten Reihe der deutschen Politik zieht sich Linke-Fraktionschef Gregor Gysi zurück.

Warum es niemand registriert hat

Gysis Rückzug stand schon länger fest

Berlin - Der Rückzug vom Fraktionsvorsitz der Linkspartei stand für Gregor Gysi bereits seit zwei Jahren fest. "Ich hab das schon im Mai 2013 entschieden", sagte er im "Bericht aus Berlin" der ARD.

Das habe seine Partei damals nur nicht richtig registriert. "Ich habe gesagt: Ich mache in erster Linie den Wahlkampf, dann kandidiere ich auch allein für den Fraktionsvorsitz - aber, habe ich gesagt, nur noch eine Legislaturperiode." Gysi hatte am Sonntag beim Bundesparteitag in Bielefeld angekündigt, im Herbst nicht erneut für den Fraktionsvorsitz anzutreten. Es sei an der Zeit, diesen "in jüngere Hände zu legen".

Doppelspitze Wagenknecht/Bartsch?

Fraktionsvize Jan Korte sprach sich bei "Spiegel Online" für eine Doppelspitze aus der Wortführerin des linken Flügels, Sahra Wagenknecht (45), und dem Reformer Dietmar Bartsch aus: "Als Fraktion müssen wir uns jetzt stärker darauf konzentrieren, dass wir 2017 Erfolg haben. Sahra Wagenknecht würde als Fraktionsvorsitzende neben Dietmar Bartsch uns helfen, erfolgreich zu sein." Wagenknecht hatte im März nach einer internen Abstimmungsniederlage verkündet, dass sie nicht Fraktionschefin werden will.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner sieht mit Gysis Abgang die Chancen für ein rot-rot-grünes Bündnis schwinden. "Die Linkspartei wird es ohne ihn sehr schwer haben, sich auf der Bundesebene von der Fundamentalopposition hin zu einem potenziellen Koalitionspartner zu entwickeln", sagte er der "Rheinischen Post" (Montag).

dpa

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