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Rufe nach einer Teilnahme Angela Merkels an der Trauerfeier für die gefallenen deutschen Soldaten werden lauter.

Rufe nach Teilnahme Merkels an Trauerfeier

Berlin - In der Politik werden Forderungen nach einer Teilnahme von Kanzlerin Angela Merkel an der Trauerfeier für die am Karfreitag in Afghanistan getöteten Soldaten laut.

Der drei Toten wird an diesem Freitag im niedersächsischen Selsingen nahe ihrem Heimat-Standort gedacht. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird ihren Einsatz dabei würdigen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Chef der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion, Marco Wanderwitz, sagte der “Bild“-Zeitung (Donnerstag): “Vor dem Hintergrund der Afghanistan-Debatte wäre es auch gesellschaftlich ein schönes Signal, wenn die Bundeskanzlerin jetzt darüber nachdenkt, persönlich an der Trauerfeier teilzunehmen.“ Auch der FDP-Verteidigungsexperte Burkhardt Müller-Sönsken sprach sich dafür aus und sagte: “Alle Abgeordneten, die dem Afghanistan- Einsatz zugestimmt haben, sollten darüber nachdenken.“

Bei der SPD gibt es ähnliche Stimmen. Der Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels sagte der Zeitung, es falle auf, dass sich die Kanzlerin beim Thema Afghanistan demonstrativ zurückhalte. “Es wäre gut, wenn Frau Merkel mehr Flagge zeigt, das könnte zum Beispiel auch durch die Teilnahme an der Trauerfeier passieren.“ Sein Kollege Johannes Kahrs erklärte, die letzte Ehrerweisung der Kanzlerin für die Toten “wäre auch eine wichtige Geste an die Bundeswehr“. Merkel hatte bisher meist nicht an Trauerfeiern teilgenommen - mit einer Ausnahme, als ein ehemaliger Leibwächter von ihr in Afghanistan umgekommen war.

In der Diskussion über die Ausrüstung der deutschen Afghanistan- Truppen schloss Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker den Einsatz der schweren Panzerhaubitze 2000 nicht aus. Wenn die Kommandeure am Ort das für notwendig erachteten, “werden wir uns dem nicht verwehren“, sagte er der Zeitung. Die Forderung des designierten Wehrbeauftragten Hellmuth Königshaus (FDP) nach Kampfpanzern vom Typ “Leopard 2“ wies er hingegen zurück. Diese Art der Abschreckung wirke in Afghanistan nicht. “Die Taliban tauchen weg vor Übermacht und bestimmen Ort und Zeit, um zu kämpfen.“ Zudem seien Panzer kein gutes Signal an die afghanische Bevölkerung. Wieker räumte ein, dass die Einsatzvorbereitung angesichts der Zahl vorhandener gepanzerter Fahrzeuge vom Typ Dingo an Grenzen stoße. Er kündigte an: “2010 und 2011 werden wir neue Dingos und Fahrzeuge vom Typ Eagle 4 für Einsatz und Ausbildung beschaffen.“

dpa

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