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In Rumänien wird am Sonntag ein neuer Präsident gewählt.

Rumänen wählen neuen Staatspräsidenten

Bukarest - In Rumänien wandern reihenweise korrupte Amtsträger ins Gefängnis. Ob dieser von der EU gelobte Trend weitergeht, ist für viele Rumänen bei der Präsidentenwahl die entscheidende Frage.

Die Rumänen haben am Sonntag ihre Stimme für einen neuen Staatspräsidenten abgegeben. Favorit war laut Umfragen der sozialistische Ministerpräsident Victor Ponta (42). Chancen, Ponta zu besiegen, wurden nur dem deutschstämmigen Klaus Iohannis (55) zugeschrieben, dem Kandidaten des Bündnisses Christlich-Liberale Allianz (ACL). Beobachter gingen davon aus, dass keiner der insgesamt 14 Bewerber auf Anhieb eine absolute Mehrheit erreichen dürfte. Die Entscheidung wird wahrscheinlich am 16. November bei einer Stichwahl fallen.

Erste Prognosen nach Wählerbefragungen wurden kurz nach Schließung der Wahllokale um 20.00 Uhr erwartet.

Bis Sonntagmittag sind nach Angaben des zentralen Wahlbüros 20,78 Prozent der rund 18 Millionen Wahlberechtigten zu den Urnen gegangen - fast ebenso viele wie bei der Präsidentenwahl 2009 zur gleichen Uhrzeit.

Zentrales Thema im Wahlkampf war der Vorwurf gegen Ponta, korrupte Politiker schützen zu wollen. Die Chefin der Antikorruptionssondereinheit der Staatsanwaltschaft, Laura Kövesi, betonte, dass politische Unterstützung für die Arbeit ihrer Behörde weiterhin lebenswichtig sei. Diesen Rückhalt hatte sie bisher beim bürgerlichen Staatschef Traian Basescu, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren durfte.

Auch die EU signalisierte, dass sie sich einen Präsidenten wünsche, der den Rechtsstaat respektiere. Viele Wähler werfen Ponta zudem das Ausbleiben neuer Investoren vor, sowie das Schrumpfen des Wirtschaftswachstums in den vergangenen beiden Quartalen.

Iohannis wirbt mit seinem soliden Image, das er sich als dreifach wiedergewählter Bürgermeister der siebenbürgischen Stadt Sibiu (Hermannstadt) erworben hat. Er will die Steuern senken und die Verwaltung vereinfachen. Selbst politische Gegner erkennen Iohannis' Erfolge an. Iohannis hat zudem erklärt, den Kampf gegen die Korruption fortsetzen zu wollen. Etliche Rumänen haben aber Zweifel an diesem Versprechen, weil Iohannis' Partei PNL (Nationalliberale Partei) bis zu diesem Frühjahr an Pontas Regierung beteiligt war.

dpa

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