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Russische Kampfjets haben syrische Rebellen angegriffen.

Unterstützung des Assad-Regimes

Syrien-Konflikt: Russische Jets bombardieren Rebellen

Die russische Luftwaffe fliegt täglich Angriffe in Syrien. Damit unterstützt sie vor allem das Regime von Baschar al-Assad. Hilfe bekommt Damaskus weiterhin auch vom treuen Verbündeten Iran.

Russische Kampfjets haben im Norden Syriens erneut Stellungen von Rebellen bombardiert. Die Flugzeuge hätten in den Provinzen Hama und Idlib mehrere Angriffe geflogen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Dabei habe es Tote und Verletzte gegeben. Russland unterstützt mit den Angriffen eine Bodenoffensive des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad gegen ein Bündnis von verschiedenen Rebellengruppen.

Moskaus Luftwaffe hatte vor zwei Wochen mit den Luftangriffen begonnen. Der Kreml will damit nach eigenen Angaben die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen. Die USA, andere westliche Staaten und syrische Aktivisten werfen Moskau jedoch vor, vor allem Rebellen anzugreifen, die sowohl das Regime als auch die sunnitischen IS-Extremisten bekämpfen.

Die Beobachtungsstelle meldeten zudem, es gebe verlässliche Informationen, dass weiterhin iranische Kämpfer für den Kampf gegen Aufständische nach Syrien verlegt würden. Neben Russland zählt auch der schiitische Iran zu einem wichtigen Verbündeten des Assad-Regimes.

Die USA und Russland wollten am diesem Mittwoch ihre Gespräche zur Vermeidung von Flugunfällen im syrischen Luftraum fortsetzen. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte in Washington, die Diskussionen würden Fortschritte machen. Es sei aber noch nichts endgültig. Es ist die dritte Gesprächsrunde zwischen den Militärführungen beider Länder.

Nach Angaben von US-Militärsprecher Steve Warren hatten sich am Samstag zwei russische und zwei US-Kampfflugzeuge über Syrien einander bis auf Sichtweite genähert. Die Maschinen seien nur 10 bis 20 Meilen (rund 16 bis 32 Kilometer) voneinander entfernt gewesen, sagte der Oberst nach einem Bericht des Senders CNN. Es sei aber zu keinem Zwischenfall gekommen: „Jeder ging seinen eigenen Angelegenheiten nach.“ Warren kritisierte die russischen Luftschläge in Syrien als leichtsinnig, willkürlich und unverantwortlich.

Der russische Präsident Wladimir Putin hält den USA vor, weder Informationen zu terroristischen Zielen in Syrien zu geben noch klar zu sagen, worauf nicht geschossen werden solle. Militärs beider Länder hatten sich bei einer Videokonferenz am Sonntag nur über erste Maßnahmen geeinigt, um Zwischenfälle im Luftraum über Syrien zu vermeiden. Eine US-geführte Koalition fliegt seit 2014 in Syrien Luftangriffe gegen den IS.

dpa

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