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Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin ist tot.

Todesursache noch unklar

Russischer UN-Botschafter Tschurkin überraschend gestorben

Moskau - Russland trauert um eine Schlüsselfigur seiner Diplomatie. UN-Botschafter Tschurkin stirbt überraschend einen Tag vor seinem 65. Geburtstag. Er galt als harter Verhandlungspartner und schlagfertiger Redner.

Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin ist überraschend gestorben. Der Top-Diplomat und frühere Vizeaußenminister sei am Montag bei der Arbeit in New York gestorben, teilte das russische Außenministerium in Moskau mit. US-Berichten zufolge hatte Tschurkin in seinem Büro in Manhattan plötzlich Herzprobleme. Eine Bestätigung der Behörden zur Todesursache lag zunächst nicht vor.

Präsident Wladimir Putin habe die Nachricht mit großer Trauer aufgenommen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Putin habe das diplomatische Talent Tschurkins sehr geschätzt, sagte Peskow der Agentur Interfax.

Seit 2006 war Tschurkin Gesicht und Stimme Russlands bei den Vereinten Nationen. Auf dem diplomatischen Parkett war er als harter Verhandlungspartner und schlagfertiger Redner bekannt, der etwa Russlands im Westen kritisierte Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim von 2014 mit scharfen Worten verteidigte.

Im Laufe seiner mehr als 40-jährigen Karriere hatte Tschurkin zahlreiche strategische Posten im Ministerium in Moskau inne. Von 1992 bis 1994 war er stellvertretender Außenminister, anschließend diente er vier Jahre als Botschafter bei der Nato und in Belgien.

„Er war ein großer Diplomat, eine außergewöhnliche Persönlichkeit“, schrieb Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bei Facebook. „Wir haben einen lieben Menschen verloren.“ Vizeaußenminister Sergej Rjabkow meinte, es werde schwer Tschurkin zu ersetzen. Auch die russische Botschaft in den USA sprach von einem großen Verlust. Der Verteidigungspolitiker Viktor Oserow sagte, er hoffe, Tschurkin werde ein Vorbild für jüngere Diplomaten sein.

Tschurkin wäre an diesem Dienstag 65 Jahre alt geworden. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

dpa

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