+
Sergej Lawrow (l.) und John Kerry.

Nach Treffen der Außenminister Kerry und Lawrow

USA und Russland arbeiten an Kooperation im Syrien-Konflikt

Vientiane/Genf - Gibt es Hoffnung für das Bürgerkriegsland Syrien? Die USA und Russland, Gegner und Unterstützer des syrischen Regimes, erwägen offenbar ein gemeinsames Vorgehen.

Die USA und Russland arbeiten an einem Plan für ein gemeinsames Vorgehen im Syrien-Konflikt. Dabei gehe es um engere militärische und geheimdienstliche Zusammenarbeit im Kampf gegen Terrormilizen, sagte US-Außenminister John Kerry am Dienstag nach einem Gespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Laos. Lawrow erklärte, für eine politische Lösung des Konflikts seien direkte Verhandlungen zwischen Regierung Opposition erforderlich.

Parallel zur Begegnung der Minister in der laotischen Hauptstadt Vientiane berieten in Genf hochrangige Diplomaten beider Länder mit dem UN-Sonderbeauftragen für Syrien, Staffan de Mistura. Dabei seien „einige Fortschritte“ erreicht worden, sagte er anschließend vor Reportern - ohne auf Details einzugehen. Über Einzelheiten wollten Experten beider Regierungen in den nächsten Tagen sprechen.

Ein neuer Anlauf zu Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition in Genf werde gegen Ende August erwartet. Vorher hatte De Mistura mehrfach den 1. August als Wunschdatum für den Beginn der dritten Runde von Gesprächen über eine Friedenslösung unter seiner Regie genannt. Bislang haben die Konfliktgegner sich nur zu indirekten Gesprächen bereitgefunden, bei denen De Mistura jeweils mit einer der Abordnungen separat zusammenkam.

Die Gespräche in Genf wurden von Moskaus Vizeaußenminister Gennadi Gatilow und der US-Sondergesandte für Syrien, Michael Ratney, geführt. Ein abgestimmtes Vorgehen Washingtons und Moskaus gilt als wichtige Voraussetzung für eine Verständigung zwischen den syrischen Konfliktgegnern. Während die USA Rebellen unterstützen, die den Sturz des Machthabers Baschar al-Assad anstreben, steht Russland auf der Seite der Regierung in Damaskus.

Im Februar hatten die USA und Russland eine Waffenruhe erreicht, die jedoch immer wieder gebrochen wurde. Aus Protest gegen Luftangriffe der Regierungstruppen auf die Stadt Aleppo verließ die Opposition im April die Genfer Gespräche. In dem Konflikt sind seit 2011 weit mehr als 250 000 Menschen getötet und mehr als 4,5 Millionen zur Flucht ins Ausland getrieben worden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rohingya werden nach Rückkehr zunächst in Notcamps leben
Seit August 2017 waren nach einem Militäreinsatz in der Küstenregion Rakhine etwa 620 000 Angehörige dieser muslimischen Minderheit über die Grenze nach Bangladesch …
Rohingya werden nach Rückkehr zunächst in Notcamps leben
Eingeschnappt? Darum will Präsident Trump nicht „Person des Jahres“ werden
US-Präsident Trump gibt sich in einem Tweet eingeschnappt über das Time-Magazin. Hintergrund ist der Wahl zur „Person des Jahres“. 
Eingeschnappt? Darum will Präsident Trump nicht „Person des Jahres“ werden
AfD profitiert am stärksten vom Jamaika-Aus
Mehr als ein Drittel der Deutschen glaubt, dass die rechtspopulistische Partei aus dem Abbruch der Verhandlungen zwischen Union, FDP und Grünen den größten Nutzen zieht.
AfD profitiert am stärksten vom Jamaika-Aus
NRW-FDP wählt neuen Landeschef als Lindner-Nachfolger
Keine Regierungspartei, sondern im Bundestag hinter der AfD nur zweitstärkste Oppositionskraft: Die mitgliederstarke nordrhein-westfälische FDP diskutiert heute über die …
NRW-FDP wählt neuen Landeschef als Lindner-Nachfolger

Kommentare