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Militärmanöver mit China: Russland lässt ab 1. September mehr als 50.000 Soldaten üben

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Von: Victoria Krumbeck

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Russland startet am 1. September die Militärübung „Wostok 2022“. Mehrere Länder sind daran beteiligt, unter anderem China und Indien.

München/Moskau - Seit einem halben Jahr herrscht Krieg in der Ukraine. Für den Kreml läuft der Krieg jedoch nicht so, wie es sich der russische Präsident Wladimir Putin vorgestellt hat. Die russischen Truppen erlitten hohe Verluste. Experten kritisieren die russische Kriegsführung im Krieg gegen die Ukraine. Vom Westen bekommt die Ukraine militärische Unterstützung. Jetzt kündigte Moskau an, ein Militärmanöver mit mehr als 50.000 Soldaten zu starten.

Russland plant ein Militärmanöver mit mehr als 50.000 Soldaten

Bei der Übung „Wostok 2022“ („Osten 2022“) sollen zudem 5000 Waffen und militärische Ausrüstung zum Einsatz kommen. Hinzukommen 140 Flugzeuge und 60 Kriegsschiffe und andere Boote. Das teilte das Verteidigungsministerium am 29. August in Moskau mit. Das Manöver beginnt demnach am 1. September und endet am 7. September. Es soll auf Truppenübungsplätzen in Ostsibirien und im Fernen Osten sowie im japanischen Meer stattfinden.

Russland startet die Militärübung „Wostok 2022“ mit mehr als 50 000 Soldaten. Auch China und Indien nehmen an der Übung teil.
Wladimir Putin beobachtet das Militärmanöver mit Soldaten aus China und Indien 2019. © Alexei Nikolsky/picture alliance/dpa

Die Übungen finden vor dem Hintergrund starker Spannungen zwischen Russland und den westlichen Ländern wegen des Krieges in der Ukraine statt. Hinzu kommt der Konflikt zwischen China und den USA aufgrund der Spannungen um den Inselstaat Taiwan.

Soldaten aus dem Ausland sind den Angaben zufolge bereits auf einem Übungsgelände im Osten Russlands eingetroffen. Darunter auch Belarus und andere Ex-Sowjetrepubliken, China und Indien. Bei der Übung inmitten des Ukraine-Krieges gehe es etwa um Gewährleistung der militärischen Sicherheit Russlands und seiner Verbündeten, hieß es.

Russiches Militärmanöver - Experten schätzen die Lage ein

„Ausländische Militärkontingente sind auf dem Sergejewski-Übungsgelände in der Region Primorje eingetroffen und haben damit begonnen, sich vorzubereiten und ihre Ausrüstung und Waffen in Empfang zu nehmen“, erklärte das russische Verteidigungsministerium. „Wostok“ zählt zu den größten Militärübungen Russlands. An der bislang aufwendigsten Auflage 2018 waren fast 300 000 russische Soldaten beteiligt, daneben auch mongolische und chinesische Einheiten.

Auch der Westen schaut auf das Militärmanöver - vor allem wegen der Zusammenarbeit zwischen den zwei Supermächten Russland und China. Der Russland-Experte Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik erklärte dem Tagesspiegel, dass es kein bilaterales Ereignis zwischen Russland und China sei. „Für Russland ist es wichtig zu demonstrieren, dass es nicht isoliert ist und auch militärische Partner hat trotz westlicher Sanktionen wegen des Kriegs gegen die Ukraine“, so Meister weiter. Er betont, dass Russland wichtige Übungen ohne die Partnerländer durchführt.

„Russland verfolgt sowohl praktische als auch langfristige geostrategische Ziele. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs ist die Unterstützung Chinas für Russland wichtig“, so schätzt die Sicherheitsexpertin Ulrike Franke des European Council on Foreign Relations laut dem Bericht die Beziehung ein.

Militärübung in Russland - Der Westen interpretiert nichts hinein

Seit der russischen Offensive in der Ukraine ab dem 24. Februar bemüht sich Moskau um engere Beziehungen zu Ländern in Afrika, Südamerika und Asien - insbesondere zu China. Während des Besuchs der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi im August im selbstverwalteten, aber von China als Teil seines Territoriums beanspruchten Taiwan hatte sich Moskau mit Peking solidarisch gezeigt.

Das US-Außenministerium erklärte, dass die zunehmende Annäherung zwischen China und Russland zwar die globale Sicherheit untergrabe, Washington aber nichts in die Übungen hineininterpretiere. (vk/dpa/afp)

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