+

Rabatte gestrichen

Russland erhöht Gaspreis für Ukraine massiv

Moskau - Nach dem Umsturz und der Krise um die Krim hat die Ukraine Milliardenschulden angehäuft. Jetzt übt der Kreml Druck auf das neuerdings prowestliche Land aus und erhöht den Gaspreis.

Seit dem 1. April müssten je 1000 Kubikmeter Erdgas 385,50 Dollar (knapp 280 Euro) gezahlt werden, erklärte der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, am Dienstag. Zuvor hatte der Preis wegen Nachlässen bei 268,50 Dollar gelegen. Das entspricht einer Erhöhung von rund 44 Prozent.

Moskau hatte im März angekündigt, den Rabatt in Höhe von gut 100 Dollar pro 1000 Kubikmeter Erdgas zu streichen, der im Dezember bei einem Besuch des mittlerweile entmachteten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch in Russland vereinbart worden war. Damit wollte Moskau der schwer angeschlagenen Ukraine finanziell unter die Arme greifen.

Zur Begründung der Rücknahme der Vergünstigung hieß es nun am Dienstag, die Ukraine sei nicht in der Lage, ihre Schulden aus dem vergangenen Jahr in Höhe von 1,711 Milliarden US-Dollar zu bezahlen. Nach der Entmachtung von Janukowitsch zugunsten einer prowestlichen Übergangsregierung setzte Russland außerdem seine Hilfen aus.

Die Ukraine ist für Lieferungen nach Westeuropa ein wichtiges Transitland. Gazprom erklärte nun, dass das Unternehmen der Ukraine ab dem zweiten Quartal zehn Prozent mehr für die Durchleitung von russischem Gas zahlen werde. Gazprom werde diese Erhöhung aber vollkommen übernehmen und damit seine "vertraglichen Verpflichtungen vollkommen erfüllen". Europa deckt rund ein Drittel seines Gasbedarfs durch Lieferungen aus Russland.

afp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

An der Spitze: Deutscher wird oberster Generalsekretär der EU-Kommission
Martin Selmayr gilt in Brüssel als einer der einflussreichsten Strippenzieher. Nun wird der Deutsche von Kommissionschef Jean-Claude Juncker ein weiteres Mal befördert. …
An der Spitze: Deutscher wird oberster Generalsekretär der EU-Kommission
Syrischer Diplomat droht Türkei mit Gegenmaßnahmen wegen Afrin
Nach der Entsendung syrischer Regierungstruppen in die Kurden-Region Afrin hat die türkische Armee ihre Angriffe auf das Gebiet fortgesetzt. Ein syrischer Diplomat …
Syrischer Diplomat droht Türkei mit Gegenmaßnahmen wegen Afrin
Frankreichs Regierung legt umstrittenes Asyl-Gesetz vor
Das Gesetz hat schon im Vorfeld für heftige Diskussionen gesorgt: Hilfsorganisationen werfen der Regierung vor, dass der Entwurf vor allem repressive Maßnahmen enthält. …
Frankreichs Regierung legt umstrittenes Asyl-Gesetz vor
USA: Debatte um Waffenrechts-Verschärfung gewinnt an Fahrt
Ihre Demonstration nennen sie "Marsch für unsere Leben": Die jugendlichen Überlebenden des Schulmassakers von Florida sind entschlossen, an den laxen Waffengesetzen der …
USA: Debatte um Waffenrechts-Verschärfung gewinnt an Fahrt

Kommentare