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Iran liefert wohl mangelhafte Drohnen an Russland – Moskau „nicht zufrieden“

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Von: Patrick Freiwah

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Russland setzt im Ukraine-Krieg offenbar Drohnen aus dem Iran ein. Doch angeblich ist man im Kreml unzufrieden mit der Qualität der gelieferten Fluggeräte.

Moskau/Teheran - Wenn Großmächte international geächtet werden, schließen sie sich zusammen: Der Iran gehört zu den Staaten, deren Zusammenarbeit mit Russland in den vergangenen Monaten intensiviert wurde. Der Grund: Angesichts der Sanktionen gegen Russland fokussiert sich das Land von Wladimir Putin bei der geopolitischen Ausrichtung auf jene Nationen, die sich an dem harten Kurs gegenüber dem Moskauer Kreml nicht beteiligen.

Bereits länger kursieren Gerüchte, dass sich Russland für die militärische Auseinandersetzung in der Ukraine auch mit Drohnen aus dem Iran eingedeckt hat. Wie US-Medien schildern, sei die russische Armee mit den gelieferten Fluggeräten jedoch alles andere als zufrieden. So soll es bei Tests zu „zahlreichen Fehlern mit den vergleichsweise langsamen Drohnen“ gekommen sein.

Ukraine-Krieg: Russland mit qualitativ minderwertigen Drohnen aus dem Iran?

Den Berichten zufolge hätten Transportflugzeuge die Drohnen mit den Typbezeichnungen „Shahed-129“ und „Shahed-191“ kürzlich aus dem Iran geflogen, auch Modelle des neuartigen Typs „Mojaher-6“ soll aus dem Iran in russischen Besitz gewandert sein. Der Mitarbeiter eines westlichen Geheimdienstes wird mit den Worten zitiert, dass die Russen „nicht zufrieden“ seien. 

Unabhängig prüfen lassen sich die Behauptungen nicht: Schließlich nehmen Kremlsprecher Dmitri Peskow und russische Mitstreiter wie Maria Sacharowa häufig Stellung zu Berichten westlicher Medien, die angebliche Insiderberichte bezüglich des russischen Militärs beinhalten. Zeitungen wie die „Washington Post“, die über das technische Drohnen-Problem berichten, würden gezielt Falschmeldungen verbreiten, so die Behauptung aus Moskau.

Militärische Drohnen bei einer Aufnahme der iranischen Streitkräfte
imago0166806466h.jpg © Iranian Army Office/Imago

Drohnen-Deal zwischen Russland und Iran: „Sieben von zehn Systemen kommen an“

Die Drohnen aus dem Iran sollen ursprünglich eine große Bedeutung für das Militär Russlands gehabt haben. Die Streitkräfte von Wladimir Putin seien auf die Kampfdrohnen aus dem Iran bei der Offensive in der Ostukraine sowie der Krim angewiesen, lautet die veröffentlichte These. Angesichts der unerwarteten Schwierigkeiten hinsichtlich Qualität hätten sich diese Hoffnungen jedoch zerschlagen. Das erläutert der US-Sender CNN mit Bezug auf amerikanische Geheimdienste.

Bereits vor einiger Zeit hätten ausländische Geheimdienste Informationen darüber erhalten, dass der Iran den Russen Hunderte von zum Teil waffenfähige Drohnen zukommen lassen möchte, wird US-Sicherheitsberater Jake Sullivan zitiert. Die Abmachung der zwei Großmächte beinhalte auch den Aufenthalt iranischer Experten in Russland sowie Schulungen des russischen Militärs im Iran.

Jedoch solle es nun eben mit der Zuverlässigkeit der fliegenden Rüstungsgüter hapern, die im Vergleich zu westlichen Drohnen langsamer unterwegs seien. „Wenn man zehn Systeme über eine mittlere Distanz startet, kommen vielleicht sieben an“, zitiert Spiegel.de einen nicht genannten Insider, der dem Vernehmen nach Sachkenntnis besitzt.

Ukraine: Russland füllt Kriegskasse mit Verkauf von Jagdbombern an den Iran

Derweil intensivieren die beiden Länder ihre intensive Partnerschaft an anderer Stelle, um die jeweilige Wirtschaft zu stärken: Denn umgekehrt werde auch der Iran, der sich dem krisengebeutelten Europa als Energielieferant anbietet, seine Wehrmacht mit russischem Kriegsgerät aufrüsten und den Kauf von Jagdbombern tätigen. Das asiatische Land setze auf neuartige Flugzeuge des Typs Suchoi Su-35, erklärte Luftwaffenchef Hamid Wahedi gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Borna.

Auch bei der Raumfahrt machen Russland und der Iran gemeinsame Sache: Anfang August beförderte die russische Weltraumbehörde Rosneft einen iranischen Satelliten in die Umlaufbahn, was umgehend das US-Militär auf den Plan rief. Jedoch bestreiten der Kreml als auch Teheran, dass diese Mission etwas mit dem Ukraine-Konflikt zu tun hat. (PF)

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