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Statt Ukraine-Krieg: Russland hatte wohl Angriffspläne gegen Japan

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Von: Christoph Gschoßmann

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Der russische Präsident Wladimir Putin (r.) und Japans Ex-Premier Shinzo Abe: Plante Moskau einen Angriff auf Japan?
Der russische Präsident Wladimir Putin (r.) und Japans Ex-Premier Shinzo Abe: Plante Moskau einen Angriff auf Japan? (Archivfoto) © dpa-Bildfunk

Russland griff 2022 die Ukraine an. Laut eines Geheimdienst-Whistleblowers gab es auch konkrete Überlegungen, einen Krieg mit Japan zu beginnen.

München - Wollte Russland eigentlich Krieg mit Japan statt mit der Ukraine? Darauf lassen Informationen schließen, die ein Whistleblower in einem geheimen Brief an die US-amerikanischen Nachrichtenseite Newsweek sandte. Demnach habe Russland angesichts des Kurilenstreits einen „wahnsinnigen Kriegswillen“ gehabt. Die Kurilen sind eine von Japan beanspruchte Inselgruppe nördlich der Insel Hokkaido. Statt eines Krieges mit der Industrienation Japan wählte Russland den Ukraine-Konflikt, der nach Auffassung eines früheren US-Generals in Phase IV eintritt.

Trotzdem habe es im August 2021 konkrete Pläne für einen Konflikt mit Japan gegeben. Das Land von Präsident Wladimir Putin habe sich „ganz ernsthaft auf einen lokalen militärischen Konflikt mit Japan vorbereitet“, so der Whistleblower mit dem Decknamen „Wind of Change“ in einer E-Mail an den russischen Menschenrechtsaktivisten Wladimir Osechkin im März diesen Jahres.

Japaner in russischer Informationskampagne als „Nazis und Faschisten“ bezeichnet

Der FSB-Agent enthüllt noch immer Geheimes aus den Kreisen des russischen Geheimdienstes: So berichtet Osechkin derzeit viel über den Angriffskrieg in der Ukraine und der prekären Lage im Kreml. Zur Zeit der Japan-Email habe „Wind of Change“ jedoch bereits einen Ukraine-Angriff vermutet.

Verifiziert wurde der Brief von einem amerikanischen Analysten, der bestätigte: „Die Konfidenz, dass Russland und Japan in das Stadium der akuten Konfrontation und sogar des Krieges eintreten würden, war groß.“ Es war von damaligen Bewegungen von Militärhubschraubern die Rede und einer Häufung der Begriffe „Nazis und Faschisten“ für Japaner in russischer Propaganda. Der FSB-Whistleblower schreibt darüber, dass der FSB damit beauftragt wurde, eine „Informationskampagne gegen Japan“ zu starten. Beispielsweise kursierte die Geschichte, dass Japaner angeblich biologische Experimente an sowjetischen Gefangenen durchgeführt hätten. (Die Privatarmee von Jewgeni Prigoschin schockiert mit einem Video.)

„Druckmittel“ Moskaus: Konflikt zwischen Japan und Russland über Inselgruppe nicht beigelegt

Der Konflikt über die Kurilen wurde nie beigelegt, de jure stehen Russland und der Inselstaat noch immer im Krieg. Seit 1991 werden sie von Russland verwaltet, doch Japan beansprucht sie. Militärisch und politisch sind sie von großer Bedeutung. Der Informant bezeichnet sie als „Druckmittel“ Moskaus, und als mögliche „Revision seines Nachkriegsstatus“ für Japan. (cgsc)

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