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Kaliningrad-Krise: Russland erwägt „Pläne für den Fall des Worst-Case-Szenarios“

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Von: Richard Strobl

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Kreml-Sprecher Dimitri Peskow und Wladimir Putin bei einer Pressekonferenz. (Archivbild)
Kreml-Sprecher Dimitri Peskow und Wladimir Putin bei einer Pressekonferenz. (Archivbild) © Valery Sharifulin via www.imago-images.de

Litauen blockiert den Transit einiger Waren nach Kaliningrad. In Russland berät man nun auch Pläne für das „Worst-Case-Szenario“.

Moskau - Der Streit zwischen Russland und Litauen dauert an. Weiterhin droht eine Eskalation der Lage zwischen dem Kreml und dem EU- und Nato-Mitglied am Rande des Ukraine-Kriegs. Jetzt hat Putin-Sprecher Dmitri Peskow darauf hingewiesen, dass man sich auf Seiten Putins auf alle möglichen Szenarios vorbereite.

Kaliningrad-Krise geht weiter: Putin-Sprecher hofft auf „gesunden Menschenverstand“

„Wir warten darauf, dass diese Situation gelöst wird“, zitiert die russische Nachrichtenagentur Tass Peskow am Montag. „Wir hoffen auf das Beste, aber natürlich erwägen wir auch verschiedene Pläne für den Fall des Worst-Case-Szenarios - für den Fall der Worst-Case-Entwicklungen“, heißt es weiter. Vorerst wollte Putins Sprecher nicht genauer auf diese Überlegungen und Pläne eingehen. Man hoffe immer noch, „dass sich ein gewisser gesunder Menschenverstand durchsetzt“, so Peskow.

Litauen hatte Mitte Juni den Bahntransit einiger Waren über sein Territorium in das Gebiet um Kaliningrad - ehemals Königsberg - verboten, die auf westlichen Sanktionslisten stehen. Russland kritisierte die Beschränkungen als „illegal“ und drohte Gegenmaßnahmen an.

Kaliningrad-Eskalation? Russlands Vize-Außenminister: Keine Pläne Litauen anzugreifen

Moskau hatte bereits am Freitag betont, dass man auf eine „rationale Lösung“ hoffe. Russland habe der Europäischen Union erklärt, dass die gegenwärtige Lage nicht nur zu erheblichen Kosten für Litauen, sondern auch für die EU führe, sagte der russische Vize-Außenminister Alexander Gruschko der Agentur Interfax zufolge am Freitag. Er habe den Eindruck, dass „das Signal angekommen“ sei. Ähnlich äußerte sich auch Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow. Er hoffe auf „eine Kompromisslösung in naher Zukunft“, sagte er.

Gruschko sagte, daran arbeite Russland zwar. „Aber das Wichtigste für uns sind die Fragen der Lebenserhaltung der Kaliningrader Gebiete.“ Der Vize-Außenminister betonte darüber hinaus, Russland habe keine Pläne, ein Nato-Land anzugreifen. Daran könnten „nur kranke Menschen denken“. (dpa/rjs)

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