1. Startseite
  2. Politik

Nord Stream gehört zu Putins Ukraine-Kriegsplan: Scholz muss Baerbock jetzt zur Seite springen!

Erstellt:

Von: Georg Anastasiadis

Kommentare

Russlands Präsident Wladimir Putin; Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
Russlands Präsident Wladimir Putin; Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis. © Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa/Marcus Schlaf

Nord Stream 2 ist Teil der Moskauer Kriegsvorbereitungen gegen die Ukraine. Scholz muss jetzt seine Außenministerin Baerbock unterstützen, kommentiert Georg Anastasiadis.

Warum verfolgte Kremlchef Putin so verbissen seinen Plan, russisches Gas künftig durch die Ostsee zu leiten, obwohl es doch an Pipeline-Kapazitäten über europäisches Festland nie fehlte? Auch geostrategischen Minderbegabungen wie SPD-Kanzler Scholz, der in der Ostseepipeline partout nur ein rein privatwirtschaftliches Projekt erkennen will, müsste es angesichts des russischen Säbelrasselns jetzt dämmern: Der Pipelinebau ist seit Jahren ein zentraler Teil der Moskauer Kriegsvorbereitungen gegen die Ukraine.

Die Ostseeröhre steht im Zentrum der Drohkulisse gegen die Ukraine

Nur wenn gesichert ist, dass ein Überfall auf das Nachbarland nicht Russlands einträgliche Gaslieferungen an Westeuropa gefährdet – und das täte es, gäbe es neben der Leitung durch die Ukraine nicht den Bypass über die Ostsee – kann Putin seine Panzer losschicken. Die Ostseeröhre steht im Zentrum der Drohkulisse gegen die Ukraine, sie macht aus Kremlsicht den Krieg erst führbar. Und sie erst erlaubt es Putin, dem Westen vorzuschreiben, welche Länder Russland für seinen Vorhof beansprucht. Im Baltikum ahnen sie, dass die Ukraine das nächste Opfer Russlands wäre, aber nicht das letzte. Sogar das friedfertige Schweden rüstet sich bereits gegen eine Militäraggression.

Die Merkel-Putin-Pipeline hat Europa in eine sicherheitspolitische Drei-Klassen-Zone verwandelt. Berlin hat, für einen kleinen wirtschaftlichen Vorteil, die Sicherheit nicht nur der Ukraine geopfert, sondern ganz Europas. Höchste Zeit, dass Scholz den Fehler korrigiert und sich hinter seine Außenministerin stellt. Putin ist ein kühl kalkulierender Stratege. Der Kanzler muss ihm klarmachen: Greift er die Ukraine an, ist die Pipeline tot. Ein neuer Krieg gegen ein europäisches Land muss für ihn unbezahlbar teuer werden.

Georg Anastasiadis

Auch interessant

Kommentare