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Plant Putin erneut Invasion der Ukraine? Fast Hunderttausend russische Soldaten an der Grenze

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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US-Geheimdienste befürchten einen neuen Überfall russischer Truppen auf die Ukraine. Relevante Informationen wurden wohl bereits mit EU und NATO-Verbündeten geteilt.

Kiew/München - Im Frühling 2014 drangen von Russland unterstützte separatistische Milizen in die ukrainischen Ostprovinzen Luhansk und Donezk ein. Kurz danach riefen sie sogenannte „Volksrepubliken“ in diesen Gebieten aus. Zudem annektierte die russische Armee die Halbinsel Krim. Weder die „Volksrepubliken“ der Separatisten noch die illegale Annexion der Krim werden international anerkannt.

Nach rund sieben Jahren dauert der Konflikt im Osten der Ukraine immer noch an und verstärkt sich in letzter Zeit sogar - insbesondere nach dem Einsatz einer Kampfdrohne durch die Ukraine. Nun könnte der Konflikt erneut aufflammen und mit der Beteiligung russischer Truppen größere Ausmaße annehmen, legen Berichte von US-Geheimdiensten nahe. Demnach könnte schon bald eine weitere russische Invasion die Ukraine treffen.

US-Geheimdienste melden große Bewegungen russischer Truppen - schneller und umfangreicher Vorstoß möglich

Die Informationen der amerikanischen Geheimdienste wurden bereits mit mehreren europäischen und NATO-Verbündeten geteilt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Zu diesen Informationen würden auch Karten gehören, die die massive Ansammlung russischer Soldaten und Artillerie im Grenzgebiet dokumentieren. Zuvor zeigte sich die NATO besorgt über den deutlichen Aufmarsch russischer Truppen an der ukrainischen Grenze.

Die Geheimdienstberichte der USA machen offenbar auch konkrete Angaben zum möglichen Zeitrahmen der Invasion. Schon nächstes Jahr könnte der Überfall auf die Ukraine starten. Amerikanische Beamte gehen von einem schnellen und umfangreichen Vorstoß russischer Truppen aus, sollte sich der russische Präsident Wladimir Putin dafür entscheiden.

Russland ruft hohe Zahl an Reservisten zu Dienst - USA warnt vor Desinformationskampagne gegen die Ukraine

Dem amerikanischen Szenario zufolge würden rund 100.000 Soldaten aus Russland, Belarus und der annektierten Krim in die Ukraine einmarschieren. Dies entspreche etwa 100 taktischen Bataillonen. Gegenüber Bloomberg bestätigten zwei amerikanische Beamte, die Hälfte dieser Soldaten sei längst in Position und eine potentielle Invasion würde Unterstützung aus der Luft erhalten.

Daneben habe Russland auch zehntausende Reservisten zu Dienst gerufen, wobei dies in der postsowjetischen Zeit absolut „beispiellos“ sei. Die Reservisten würden nach einer möglichen Invasion die von russischen Truppen eingenommenen Gebiete sichern, so die US-Beamten. Außerdem beschränken sich die Pläne von Putin wohl nicht nur auf die militärische Ebene. US-Geheimdienste warnen auch vor einer potenziellen russischen Desinformationskampagne, die die ukrainische Regierung ins Visier nehmen und im Vorfeld eines Angriffs die Stabilität im Land stören soll.

Ukrainischer Geheimdienstchef spricht vor baldiger russischer Invasion - „viel verheerender als je zuvor“

Die amerikanischen Angaben zum Zeitraum, Ausmaß und Vorfeld einer möglichen russischen Invasion stimmen auch mit den Aussagen ukrainischer Offiziere überein. Der ukrainische Geheimdienstchef Brigadegeneral Kyrylo Budanov veröffentlichte ähnliche Informationen in einem Interview mit dem Magazin Military Times.

Im Gegensatz zu den US-Beamten gab Budanov jedoch eine viel konkretere Einschätzung zum Timing eines Überfalls an. Schon Ende Januar oder Anfang Februar könne der Angriff stattfinden, so Budanov. Hierfür habe Moskau 92.000 Soldaten an der Grenze stationiert.

Der ukrainische Geheimdienstchef machte höchst alarmierende Aussagen. Der bevorstehende Angriff werde „viel verheerender als je zuvor im Konflikt“ sein. Doch zunächst wolle Russland anhand von Demonstrationen und Treffen gezielt Unruhen in der Ukraine verbieten, um dein Eindruck zu erwecken, dass die Bevölkerung gegen die Regierung sei. Diese Bestrebungen kämen einer „psychologischen Operation“ gleich, unterstrich Budanov gegenüber der Military Times.

Moskau wolle eine gefährliche und schwierige Situation in der Ukraine hervorrufen, um einen zwanghaften Regierungswechsel zu bewirken: „Wenn sie es nicht können, dann werden militärische Truppen die Aufgabe übernehmen.“ (bb)

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