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Putin erteilt nun angeblich direkt Befehle für die Ukraine-Front – zum Unmut seiner Generäle?

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Von: Stephanie Munk

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Wladimir Putin will offenbar das Zepter im Ukraine-Krieg mehr in die Hand nehmen: Laut Berichten erteilt Russlands Präsident nun selbst Kommandos für die Front.

Moskau - Vor sieben Monaten startete Wladimir Putin seinen Angriffskrieg in der Ukraine. Damals sprachen viele der Ukraine kaum eine Chance zur erfolgreichen Selbstverteidigung zu. Auch der russische Präsident ging offenbar von einem Blitz-Sieg im Ukraine-Krieg aus. Doch weit gefehlt.

Zuletzt eroberte die Ukraine offenbar 6000 Quadratkilometer ihres Gebiets in einer erfolgreichen Gegenoffensive zurück. Der Kreml scheint in Panik: Erst gab es Vergeltungsschläge auf ukrainische Infrastruktur, nun sollen besetzte Gebiete mittels völkerrechtlich illegaler Blitzreferenden schnell in russischen Staatsgebiet umgewandelt werden. Putin ordnete außerdem eine Teilmobilisierung seiner Streitkräfte an: Er braucht mehr Soldaten an der Front, hunderttausende Russen müssen sich zum Kriegsdienst in der Ukraine melden.

Putin scheint außerdem auf eine „eine höchst ungewöhnliche Taktik für eine moderne Armee“ zu setzen, wie der US-Nachrichtensender CNN berichtet. Der Präsident - von dem oft gesagt wird, er vertraue kaum jemanden außer sich selbst - soll die Generäle an der ukrainischen Front nun teils direkt befehligen. CNN beruft sich bei diesen Informationen auf zwei Quellen, die angeblich über Geheimdienstinformationen der USA und des Westens verfügten.

Putin setzt im Ukraine-Krieg wohl auf „höchst ungewöhnliche Taktik“

Mit der Veränderung der Befehlskette reagiere Putin wohl auf „dysfunktionale Kommandostrukturen, die die russische Armee von Kriegsbeginn an plagten“, heißt es in dem Bericht. Der Bericht stimmt mit einer Analyse des US-Thinktanks „Institute for the Study of War“ von Ende August überein. Darin hieß es, Kommandeure im Ukraine-Krieg müssten nun direkt an den Präsidenten berichten. Damit umgehe Putin seinen Verteidigungsminister Sergej Schoigu, der offenbar das Vertrauen verloren habe, sowie den russischen Generalstabschef Valery Gerasimov.

Vertraut er nur noch sich selbst? Wladimir Putin (M.) mit seinem Veteidigungsminister Sergej Schoigu (r.) und dem Generalstabschef Valery Gerasimov.
Vertraut er nur noch sich selbst? Wladimir Putin (M.) mit seinem Veteidigungsminister Sergej Schoigu (r.) und dem Generalstabschef Valery Gerasimov. © Sergei Savostyanov/Kremlin Pool/Imago

Ukraine-Krieg: Putin soll Kommandeure selbst befehligen - Soldaten klagen offenbar über Entscheidungen

Bei den russischen Generälen kommt die direkte Einmischung Putins offenbar nicht nur gut an: Laut der CNN-Quelle haben Geheimdienste die Gespräche russischer Offiziere abgefangen. Diese beschwerten sich angeblich bei Freunden und Angehörigen über die Entscheidungen aus Moskau. Außerdem gebe es innerhalb der Kommandeure Uneinigkeit über die richtige Strategie - zum Beispiel darüber, an welchen Frontlinien Russland seine Kräfte konzentrieren soll, heißt es laut CNN von Geheimdienst-Quellen.

Ukraine-Krieg: Moral in Putins Armee scheint schlecht zu sein

Berichte über schlechte Truppenmoral innerhalb der russischen Armee gab es schon häufiger: Soldaten sollen die Befehle ihrer Kommandeure missachten und gar bisweilen ihre eigenen Fahrzeuge zerschießen, um nicht mehr an die Front zu müssen. Hinzu komme die schlechte Ausbildung vieler Soldaten und mangelhafte Ausrüstung. Dies könnte miterklären, weshalb ukrainische Truppen in ihrer Gegenoffensive Anfang September in wenigen Tagen so viel Territorium zurückerobern konnten.

Ob die Teilmobilisierung für Russland Abhilfe schafft, ist fraglich: Laut Experten könne es Monate dauern, bis die 300.000 Reservisten, die sie betrifft, einsatzbereit sind. Und viele Russen wollen um keinen Preis in der Ukraine kämpfen: Sie versuchen fluchtartig das Land zu verlassen, bevor es zu spät ist. (smu)

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