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Russen-Geheimdienst nimmt offenbar schwer kranken Forscher fest – Todesnachricht folgt

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Von: Linus Prien

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Wladimir Putin
Wladimir Putin, Präsident von Russland, am Rande des Gipfels der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres Ende Juni 2022. © Grigory Sysoyev / AP / dpa

Der FSB hat offenbar einen russischen Wissenschaftler verhaftet und aus dem Krankenbett nach Moskau gebracht – wegen Spionage-Vorwürfen. Der Mann ist nun wohl gestorben.

Moskau - Inmitten des eskalierten Ukraine-Kriegs ist ein renommierter russischer Wissenschaftler unter dem Vorwurf der Spionage im Krankenhausbett festgenommen worden und zwei Tage später gestorben. Dmitri Kolker sei schwer an Krebs erkrankt gewesen und am Samstag in einem Krankenhaus in Moskau gestorben, teilte seine Familie am Sonntag (3. Juli) mit. Zuvor war er in einem Moskauer Gefängnis, wie es in einer Mitteilung der Behörden hieß, die Kolkers Sohn Maxim auf der Online-Plattform VKontakte veröffentlichte.

Tod nach Festnahme: Wissenschaftler mit Krebs festgenommen

Zwei Tage zuvor hatte ein Gericht in der sibirischen Stadt Nowosibirsk mitgeteilt, dass Kolker festgenommen und für zwei Monate in Untersuchungshaft genommen worden sei. Demnach wurden ihm „Verrat“ und „Spionage zugunsten eines ausländischen Staates“ vorgeworfen, wofür 20 Jahre Haft drohen. Wie Daily Mail berichtete, hatte der FSB Kolker des Weiteren vorgeworfen, zuvor einen Ring von pro-chinesischen Spionen geführt zu haben. Ein weiterer angeblich involvierter Professor, Anatoly Maslow, befindet sich demnach in einem Gefängnis in Moskau. Ein Vertrauter des verstorbenen Wissenschaftlers schätzte die Situation dem Bericht zufolge folgendermaßen ein: „Putin sieht überall Spione“.

Nach Angaben der Familie hatten Agenten des Inlandsgeheimdienstes FSB Kolker in der Klinik von Nowosibirsk festgenommen, wo dieser wegen Krebs im Endstadium behandelt wurde – und trotz seines Zustands nach Moskau gebracht.

Tod nach Festnahme: Sohn wirft dem FSB Mord vor

Der FSB hat meinen Vater getötet, sie wussten, in welchem Zustand er war, aber sie haben ihn aus dem Krankenhaus herausgeholt. Danke, mein Land!“, schrieb Maxim Kolker auf der russischen Social-Media-Plattform VKontakte. Die Familie habe nicht einmal die Erlaubnis bekommen, sich zu verabschieden. Wie Daily Mail berichtete, warf die Familie dem FSB auch Folter vor.

Kolker, Laser-Experte, Doktor der Physik und der Mathematik, hatte an der Universität von Nowosibirsk ein Labor für Quanten- und optische Technologie geleitet. Nach Angaben seines Sohnes wurde er der Spionage verdächtigt, nachdem er während einer internationalen Konferenz in China Kurse gegeben habe. Während der Konferenz sei Kolker ständig von einem FSB-Agenten begleitet worden, um die Weitergabe heikler Informationen zu verhindern. (lp/AFP)

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