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Ukraine meldet: Russlands gefürchteter Mörser zerstört – dank Infos aus Putins Propaganda-TV?

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Von: Kathrin Reikowski

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Ein russischer Reporter berichtet im Staatsfernsehen über den Mörser 2S4 Tjulap, der nun im Ukraine-Krieg eingesetzt wird.
Ein russischer Reporter berichtet im Staatsfernsehen über den Mörser 2S4 Tjulap, der nun im Ukraine-Krieg eingesetzt wird. © Screenshot: Kotsnews/Alexander Kots

Ein kremltreuer Journalist soll im TV den Standort eines Mörsers bekannt gegeben haben. Kurz darauf konnte das Geschütz zerstört werden, so die Ukraine.

Kiew - Hat ein russischer Journalist dem Gegner im Ukraine-Krieg einen entscheidenden Vorteil verschafft? Reagierte das ukrainische Militär geschickt auf einen kremltreuen TV-Bericht - und brachte dies auch noch dreist an die Öffentlichkeit? Am Montag sei ein russischer Mörser in der Ukraine zerstört worden. Den Standort habe man aus dem russische Staatsfernsehen erfahren, verkündete die ukrainische Regierung via Twitter und veröffentlichte ein Video des Angriffs.

„Danke an den russischen Propagandisten für den Tipp“, schrieb die Nationalgarde der Ukraine, die dem Innenministerium untersteht, auf Twitter.

Ukraine-News: Selbstfahrmörser Tulip hat Brücke von Severodonetsk zerstört

Nach ukrainischen Angaben hatte der „Selbstfahrmörser Tulip“ bereits eine Brücke und mehrere Häuser in Severodonetsk zerstört. Als die ukrainischen Streitkräfte seinen Standort kannten, hätten sie ihn aus dem Hangar gelockt, und dann zerstört.

Bei dem zerstörten Gerät handelt es sich allerdings nicht um irgendeinen Mörser. Der 2S4 Tjulap (zu Deutsch: Tulpe) ist der größte Mörser der Welt und kann sogar Atomwaffen abfeuern. Den Einsatz dieser großen Waffe hatte man im russischen Staatsfernsehen stolz präsentiert; wohl nicht zuletzt um die eigene Überlegenheit zu klarzustellen. Die Ukraine konterte nun nach eigenen Angaben. Besonders pikant in diesem Fall: Der russische Journalist gilt als absolut putin- und kremltreu und berichtete für das russische Staatsfernsehen aus der Ukraine.

Zur Einordnung: Politische Propaganda spielt auf beiden Seiten eine Rolle. In der aktuellen Situation ist die Meldung der Ukraine schwer überprüfbar.

Ukraine-News: Russischer Journalist lehnt Version der Ukraine mit harschen Worten ab

Auch dem russischen Journalisten, Alexander Kotsk, kam die Meldung der Ukraine zu Ohren. Er reagierte im sozialen Netzwerk Telegram auf seine Weise: „Lasst uns die guten Regeln der Berichterstattung beachten, und solche Wortergüsse vermeiden, vor denen sich unsere Nasen ekeln“, schrieb er hier. Wörtlich spielte er auf durchfallartige Ausscheidungen an.

Sein Argument gegen die Meldungen der ukrainischen Nationalgarde: Der „Selbstfahrmörser Tulip“ habe den Standort bereits verlassen gehabt, bevor sein Team und er auch aufbrachen. Der Aufnahmeort des ukrainischen Videos stimme zudem nicht mit dem Ort überein, an dem sie gedreht hätten. (kat)

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