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Verschleppte Kinder aus der Ukraine werden in Russland adoptiert - Die UN ist „besorgt“

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Die UN erhebt gegen Russland zahlreiche Menschenrechtsverletzungen. So werden ukrainische Kinder verschleppt und in Russland zur Adoption freigegeben.

München/New York - Im Ukraine-Krieg zeigen sich die Vereinten Nationen (UN) über die Lage der Kinder in der Ukraine besorgt. Laut UN-Angaben werden Kinder vom russischen Militär nach Russland verschleppt und dort zur Adoption freigegeben. Ein vereinfachtes Verfahren ermögliche eine schnelle Adoption der Kinder von russischen Familien. Die UN machte bereits auf die russischen Deportationslager in den ukrainischen Kriegsgebieten aufmerksam.

Russland verschleppt ukrainische Kinder und gibt sie zur Adoption frei

„Unbegleitete Minderjährige“ würden „glaubhaften“ Hinweisen zufolge zwangsweise in russisch besetzte Gebiete oder nach Russland umgesiedelt, teilte am Mittwoch (Ortszeit) das UN-Menschenrechtsbüro in New York mit. Die stellvertretende UN-Generalsekretärin für Menschenrechte, Brands Kehris, sagte vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, ihr Büro sei „besorgt“. Die russischen Behörden hätten ein „vereinfachtes Verfahren“ eingeführt, über das ukrainischen Kindern ohne elterliche Fürsorge die russische Staatsbürgerschaft verliehen werde - und dass diese Kinder „für eine Adoption durch russische Familien infrage kommen“.

Die UN wirft Russland zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vor. Ukrainische Kinder sollen verschleppt und in Russland adoptiert werden.
Sitzung des UN-Sicherheitsrates mit dem zugeschalteten ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. © Lev Radin/IMAGO

Kehris zufolge haben die russischen Besatzer im Rahmen eines als „Filtration“ bezeichneten Programms Zentren eingerichtet, in denen ukrainische Zivilisten durchsucht und ihre persönlichen Daten gesammelt werden. Die Menschen müssten sich körperlichen Durchsuchungen unterziehen und sich dafür in manchen Fällen vollständig entkleiden. Außerdem würden ihre Mobilgeräte durchsucht und persönliche sowie biometrische Daten erfasst.

Krieg in der Ukraine: Folter und sexueller Missbrauch

Es gebe „glaubwürdige“ Informationen über zahlreiche Menschenrechtsverletzungen bei diesen Prozeduren. Besonders besorgt sei ihr Büro wegen der Gefahr des sexuellen Missbrauchs, der Mädchen und Frauen während der „Filtration“ ausgesetzt seien, sagte Kehris.

Diese Kontrollen fänden bei Menschen statt, die ein Kampfgebiet verlassen oder die Gebiete unter russischer Kontrolle durchqueren wollten, berichtete die Vize-Generalsekretärin. Ukrainische Bürger, denen Russland eine Nähe zur Regierung oder den Streitkräften Kiews vorwerfe, seien gefoltert und in russische Strafkolonien geschickt worden.

Ukrainie-Krieg: USA wirft Russland Zwangsumsiedlung von Ukrainern vor

Die US-Regierung beschuldigte das Büro des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Zwangsumsiedlungen tausender Ukrainer nach Russland selbst zu organisieren. Auch ein Sprecher des Außenministeriums in Washington warf Moskau „Filtrationen“ in besetzten Gebieten vor. Insbesondere zielten diese Prozeduren auf Menschen, die eine Gefahr für die russische Herrschaft darstellen könnten.

Die US-Regierung verfüge über Informationen, dass Mitarbeiter des russischen Präsidentenbüros „Listen von Ukrainern“ anlegten, die einer „Filtration“ zu unterziehen seien, sagte der Sprecher. Der Kreml erhalte zudem Berichte über Ausmaß und Fortschritt dieser Prozeduren.

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia wies die „unbegründeten“ Anschuldigungen zurück und bezeichnete sie als „Legende“. Freiwillig nach Russland fliehende Ukrainer würden lediglich registriert. „Soweit wir es beurteilen können, handelt es sich dabei um ein ähnliches Verfahren wie in Polen oder anderen EU-Ländern“, sagte Nebensia. (afp/vk)

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